Wie reagieren die Sozialpartner in Flandern auf die neue Mitte-Rechts-Mehrheit?

Die Sozialpartner, sprich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, sind auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Regierungen angewiesen. Das ist auch auf flämischer Landesebene nicht anders, als anderswo. Die regionalen Verbände haben denn auch die Neuauflage der „Schwedischen Koalition“ mit N-VA, Open VLD und CD&V kommentiert.

Die Arbeitgeberverbände in Flandern zeigen sich recht zufrieden mit der Entwicklung und auch mit dem Inhalt des 7-seitigen Strategiepapiers, das Informator Bart De Wever als Grundlage für die anstehenden Koalitionsverhandlungen vorgelegt hat. Hans Maertens, der Vorstandsvorsitzende des flämischen Unternehmerverbandes VOKA, sagte dazu: „Die Latte liegt dort, worum unsere Betriebe gebeten haben: Hoch über dem Mittelmaß und mit Fokus auf Investition und Innovation.“

Dies sieht auch der Mittelstandsverband Unizo für Flandern und Brüssel so. Dort hieß es in einer Reaktion dazu: „Wir sehen eine ganze Reihe von Anknüpfungsmöglichkeiten für unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen in Flandern.“

Weniger positiv sind allerdings die Gewerkschaften gestimmt. Die sozialistische Gewerkschaft ABVV stellt fest, dass das Strategiepapier „mehr von den gleichen fehlerhaften Rezepten“ aufweise. In Flandern werde es weiter „Geld regnen“ und zwar zu Lasten derer, um die es ohnehin schon nicht gut bestellt ist.

Die christliche Gewerkschaft ACV bedauert, dass die Verhandlungsgrundlage für die Koalitionsgespräche kaum Investitionen in mehr Personal für den Öffentlichen Dienst vorsieht und hält nicht nur aus diesem Grunde von den Strategiepapier von Bart De Wevers N-VA nicht besonders viel.