Archivfoto BELGA/BOGAERTS

Wieder mehr Kabeldiebstahl auf dem belgischen Schienennetz

Bis zum 1. August dieses Jahres haben Kabeldiebe, die es in erster Linie auf hochwertiges Kupfer abgesehen haben, 124 Mal auf dem belgischen Bahnnetz zugeschlagen. Neben dem finanziellen Schaden sorgten diese Vorfälle auch für rund 158 Stunden Verspätung, wie Bahninfrastruktur-Dienstleister Infrabel bekannt gab. Noch am vergangenen Wochenende und am Montag schlugen Diebe gleich zweimal zwischen Gembloux und Namür in Wallonien zu, wie mehrere frankophone Tageszeitungen in diesem Zusammenhang melden.

Die belgische Bahn erlebte 2012 einen Höhepunkt mit Kabeldiebstählen. Damals wurden 1.360 Fälle registriert, durchschnittlich 133 Vorkommnisse pro Monat. Danach nahm das Phänomen langsam ab, denn auch die gingen stark zurück und die Abnehmer, z.B. Schrotthändler, wurden auf die Herkunft ihrer Bestände geprüft.

Doch jetzt steigen die Zahlen wieder. Bisher, sprich zwischen dem Jahreswechsel und dem 1. August, so ein Sprecher von Infrabel gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga, sei es schon zu 124 Fällen von Kabeldiebstahl gekommen.

Doch die Diebstähle scheinen sich zunächst auf Gegenden in der Wallonie zu beschränken. Laut Infrabel gibt es derzeit zwei „schwarze Zonen“. Das ist zum einen die Gegend um Lüttich, wo in etwa alle zwei Nächte Kupferkabel entlang von Gleisen abgeschnitten werden.

Das zweite Problemgebiet ist die Region Charleroi, von wo aus sich die Diebstähle aber langsam in Richtung Wallonisch-Brabant ausweiten, wie die Fälle der vergangenen Tage belegen. Die Stromunterbrechungen, die diese Straftaten mit sich bringen, sorgen für Verspätungen in ganzen Land, z.B. in Richtung Brüssel, Löwen und Antwerpen.

Infrabel fordert von Staat und Polizei mehr Einsatz, denn das eigene Sicherheitspersonal der Bahn sei an der Grenze des Machbaren anbelangt: „Wir haben es hier mit professionellen Dieben zu tun. Wir können nicht waren, bis das Phänomen explodiert. Infrabel übernimmt weiter seine Verantwortung, u.a. auf technischer Ebene, doch wir brauchen dringend eine globale Antwort.“