Rekordanzahl anerkannter Flüchtlinge verliert Schutzstatus

Dem Jahresbericht des Generalkommissariats für Flüchtlinge und Staatenlose zufolge wurde 217 anerkannten Flüchtlingen 2018 der Flüchtlingsstatus aberkannt. Die Entscheidung wurde aus verschiedenen Gründen von der Behörde widerrufen: u. a. weil bestimmte Personen sich als eine Gefahr für die Gesellschaft herausstellen, weil sie Betrug begangen haben oder in ihr Herkunftsland zurückreisen. Die Anzahl Flüchtlinge, denen dieser Status entnommen wurde, lag zuvor bei durchschnittlich 60 bis 70 pro Jahr. 2017 waren 182 anerkannte Flüchtlinge betroffen.

Trotz des hohen Anstiegs handelt es sich immer noch um eine sehr geringe Anzahl Personen im Vergleich zu jenen, die als Flüchtlinge anerkannt sind.

Der Anstieg soll sich u. a. dadurch erklären, dass ein neues Gesetz die Definition von „Gefahr für das Land“ strenger handhabt. Auch sorgt der Datenaustausch für eine bessere Kontrolle beispielsweise von Flüchtlingen, die in ihre Heimat besuchen.

2018 haben 23.443 Personen Asyl in Belgien beantragt

Trotz eines Anstiegs der Asylanfragen von 19 Prozent im vergangenen Jahr, liegt die Anzahl der Asylanfragen erheblich unter der Rekordanzahl von 44.760 im Jahr 2015.

Sie wurde im Dezember von der Anweisung des Staatssekretärs für Asyl und Migration, Theo Francken von der N-VA, nur noch 50 Anträge pro Tag zu behandeln, gebremst. Diese Anweisung an die Ausländerbehörde wurde vom Staatsrat in einem Eilverfahren für null und nichtig erklärt.

Herkunftsländer

Mit 3.702 Asylanfragen im vorvergangenen Jahr kommen die meisten Antragsteller noch stets aus Syrien, gefolgt von Palästina (2.468) und Afghanistan (2.030). Der Irak steht an vierter Stelle.

Zwei Drittel aller Anfragen werden von männlichen Flüchtlingen eingereicht. Die Zahl der minderjährigen Flüchtlinge ohne Begleitung lag 2018 bei 811 und ist damit leicht angestiegen.

Nur knapp jeder zweiten Anfrage (49,1 %) wird von der Asylbehörde stattgegeben. Die meisten Personen, die 2018 das Flüchtlingsstatut erhalten haben, stammen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea.