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Verbraucherschutzorganisation Test Aankoop warnt vor Problemen beim Shoppen auf chinesischen Websites

Stets häufigere Klagen von Kunden chinesischer Websites wie AliExpress oder Wish haben die belgische Verbraucherschutzorganisation Test Aankoop veranlasst, vor Problemen beim Online-Einkauf zu warnen. Die Ergebnisse einer Untersuchung wurden in der Tageszeitung De Standaard veröffentlicht.

Ein riesiges Angebot und Tiefstpreise verlocken stets mehr Verbraucher, Waren auf chinesischen Websites zu bestellen. „Wir erhalten stets mehr Klagen über diese Webshops. Das heißt, das hiesige Verbraucher dort auch öfters einkaufen, ohne sich der Risiken bewusst zu sein“, sagt Test-Aankoop-Sprecher Simon November.

Die Verbraucherschutzorganisation hat chinesische Webshops einem Test unterworfen und 64 verschiedene Produkte bei sechs Websites bestellt: Banggood, Dealextreme, MiniInTheBox, Tinydeal sowie AliExpress und Wish. Die Stichproben brachten mehrere Nachteile chinesischen Shoppingsites ans Licht.

Lange Lieferzeiten

Die durchschnittliche Lieferzeit betrug 24 Tage. Die schnellste Bestellung erreichte nach neun Tagen ihren Käufer. Die längste ließ 64 Tage auf sich warten.

Darüber hinaus stimmte der Lieferservice nicht mit den angekündigten Lieferbedingungen überein, die von den Websites selbst aufgestellt werden.

Einer von zehn Abonnenten von Test-Aankoop wurde überhaupt nicht beliefert.

Neben Qualitätsbeanstandungen waren auch die Gebrauchsanweisungen meist unleserlich oder eben nicht zu gebrauchen.

Sicherheitsmängel

Bei ihrer Untersuchung fand Test Aankoop auch heraus, dass viele chinesischen Waren nicht sicher sind. Über die Hälfte der von Europa als nicht sicher bewerteten Produkte stammt aus China. Die größten Risiken sind die Verletzungs- und Erstickungsgefahr sowie chemische Risiken.

Die Verbraucher nehmen auch das Risiko in Kauf, nachgemachte Produkte zu bestellen. Dieser Handel  ist strafbar. Der Verbraucher kann verpflichtet werden, die Unkosten der Zollbehörde für die Vernichtung der Fake-Ware zu zahlen.

Zusätzliche Kosten

Für den Versand einer Ware im Wert von mindestens 22 Euro zahlt der Käufer 21 Prozent Mehrwertsteuer. Ab 150 Euro sind europäische Importsteuern fällig.

Bei der Rücksendung einer Ware, meistens innerhalb einer Frist von 14 Tagen, gibt es ebenfalls Probleme. Chinesische Websites halten sich nicht immer an die Fristen und die Versandkosten schlagen ebenfalls zu Buche: Ein Paket zwischen 350 g und 1 kg kostet bei bpost 21,75 Euro. Ein Paket mit einem Gewicht von 1-2 kg muss mit 43,50 Porto frankiert werden.

Tipps, wie es dennoch klappen kann

  • Geben Sie nicht mehr als 22 Euro pro Einkauf aus, um Zusatzkosten zu vermeiden
  • Zahlen Sie mit einer Kreditkarte, die eine Versicherung abgeschlossen hat: Wird Ihre Bestellung nicht geliefert, bekommen Sie Ihr Geld zurück.
  • Lesen Sie die Meinungen anderer Verbraucher über den Service.
  • Kaufen Sie auf keinen Fall nachgemachte Produkte.
  • Kaufen Sie sichere Produkte, auch wenn dies nicht immer einfach ist.