Elektrofischen ab sofort in den belgischen Küstengewässern verboten

Der flämische Fischereiminister Koen Van den Heuvel (CD&V) hat am Mittwoch in Nieupoort angekündigt, dass Fischen mit Strom an der belgischen Küste ab sofort verboten ist. 2021 soll dieses Verbot in allen europäischen Gewässern gelten. Die belgischen Garnelenfischer sind erleichtert, denn sie hoffen, auch mal wieder Seezunge und Scholle in ihren Netzen zu finden. „Die niederländischen Elektrofischer haben unsere gesamten Fischgründe mit dieser Technik leer geraubt“, erklärten sie dem zuständigen Landesminister.

Indem Gleich- oder Impulsstrom ins Wasser und in den Meeresboden geleitet wird, gelingt es den Elektrofischern auch die auf dem Grund lebenden Fische zu fangen. Die Elektrofischerei ist seit 1998 in Europa verboten, aber die Europäische Kommission erlaubte diese Fangmethode seit 2006, wenn auch unter strengen Auflagen.

Da die Technik sich besonders zerstörerisch auf das Unterwasserleben auswirkt, wird das Elektrofischen in Frankreich kaum angewendet. Im Gegensatz zu den Niederlanden, die seine eifrigsten Befürworter in Europa sind.

Ab dem 1. Juli 2021 wird die Elektrofischerei endgültig in Europa verboten.

In den belgischen und in den französischen Küstengewässern (22,2 km ab Küste) ist sie ab sofort nicht mehr erlaubt. „Auf Drängen der belgischen Küsten- und Sportfischer wollte ich nicht bis 2021 warten“, sagte Van den Heuvel bei seinem Besuch in Nieupoort.

Allerdings werden die belgischen Fischer noch wenigstens vier bis fünf Jahre warten müssen, bis sich die leer geplünderten Fischgründe vor der Küste erholt haben.