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Nach den Parlamentswahlen: Die flämischen Grünen gehen mit sich selbst in die Kritik

Die belgischen Bundesparlaments- und Landtagswahlen Ende Mai hatten den flämischen Grünen nicht den Bonus erbracht, den man sich aus der die Aktualität beherrschenden Klimadebatte erhoffte. Gut einen Monat später hatte die Groen-Partei bereits Selbstkritik geübt. Diese fiel nicht nur kurz und bündig, sondern auch zum Teil etwas schleierhaft aus.

„Groen wächst, aber zu langsam“, lautet der erste Satz der Selbstkritik in einem auf den 1. Juli datierten Dokument. Die Partei gibt zu, dass es ihr nicht gelungen ist, zweifelnde Wähler zu überzeugen.

Während die französischsprachigen Grünen im Mai erheblich zulegen konnten, blieben die flämischen Grünen auf gut 10 % der Wählerstimmen stecken.

Die Gründe für dieses Ergebnis sind laut der Selbstanalyse der Partei:

-        Ein nicht ausreichende Tragfläche für die Klimapolitik: Skeptiker haben die Wähler mit dem Kostenpreis einer ambitiösen Klimapolitik verunsichert. Als Grüne haben wir nicht die richtigen Antworten auf dieses brisante Thema gefunden, heißt es. In der Analyse wird der von den Grünen selbst berechnete Plan für eine Klimapolitik mit keinem Wort erwähnt.

-        Groen wird zu sehr als Klimapartei wahrgenommen. Warum ihr auf gesellschaftliche Themen erweitertes Parteiprogramm bei den Wählern nicht ankam, wird nicht begründet.

-        Zu wenig gute Argumente: Zu sehr hätten immer die Kosten im Vordergrund gestanden, nicht aber die Argumente oder die Vorteile, die eine Politik für Bürger, Unternehmen oder Gesellschaft haben kann.

-        Zu wenig in der Breite: Nicht nur die Vorsitzende Meyrem Almaci und der Abgeordnete Kristof Calvo hätten während der Kampagne prominent im Vordergrund stehen dürfen.

-        Unzureichende Nutzung der Social Media: Groen soll sich zu sehr auf die klassischen Medien und nicht genug auf Twitter, Instagram usw. fokussiert haben.

Die Bewertung der Wahlkampagne geht aus dem Feedback der vielen engagierten Mitglieder, Wähler und Kandidaten hervor. An diesem Wochenende halten die Grünen ihre Sommerakademie. Dabei wird wohl auch die Analyse der gescheiterten Wahlkampagne zur Sprache kommen.