Neue DNA-Datenbank konnte 9 Vermisstenfälle in einem Jahr lösen

Vor etwas mehr als einem Jahr hat das Nationale Institut für Kriminalistik und Kriminologie (NIKK) eine DNA-Datenbank mit den Daten von vermissten oder nicht identifizierten Personen eingerichtet. Seitdem konnte in neun Fällen eine Identifizierung des Opfers erfolgen. „Das ist ein großer Erfolg“, so Bieke Vanhooydonck vom NIKK.

In der Datenbank werden DNA-Spuren von vermissten Personen oder einem Familienmitglied erfasst, aber ebenso genetisches Material von unbekannten, nicht identifizierten Leichen. Seit 2007 wird die DNA aller vermissten Personen automatisch erfasst. Ältere Vermisstenfälle werden auf Anfrage der Dienststelle für vermisste Personen und mittels Genehmigung der Staatsanwaltschaft von der Datenbank erfasst.

Zu diesem Zeitpunkt befinden sich bereits 78 neue DNA-Profile in der Datenbank: 27 Profile wurden für nicht identifizierte Tote angelegt, 25 Profile für vermisste Personen und 26 Profile für ein Familienmitglied.

Dass binnen einem Jahr 9 Personen identifiziert werden konnten, ist ein großer Erfolg, sagt Bieke Vanhooydonck.

In sechs Fällen konnten unbekannte Tote identifiziert werden und in drei Fällen führten die  Spurenprofile zu vermissten Personen, deren Leichen im Ausland gefunden worden waren.

Langfristig soll die Datenbank um 300 DNA-Profile erweitert werden. Je mehr die Datenbank mit DNA-Daten gefüttert wird, desto größer sind die Chancen auf Erfolg.

Sophie Kip

17 Jahre vermisst

Dank der DNA-Datenbank konnte eine 17 Jahre alte Vermisstenakte geschlossen werden. Die Niederländerin Corrie van der Valk verschwand am 7. Januar 2001 spurlos.  Seitdem fehlte jede Spur von ihr. Im November 2018 konnte sie von der Datenbank als die unbekannte Tote identifiziert werden, die auf einem Friedhof bei Namur bestattet worden war. Die Frau war von einem Zug erfasst worden und konnte anschließend nicht identifiziert werden.

Auch der Mord an der Vietnamesin Nguyen Thi Xuan wurde dank der DNA-Datenbank gelöst. Auf Silvester 2016 wurde eine verkohlte Leiche in Geluwe gefunden. Zwei Jahre lang gelang es den Behörden nicht, sie zu identifizieren. Erst als ihre Familie Kontakt mit den belgischen Behörden aufnahm, konnte ihre DNA in der Datenbank gefunden werden.