"Nuestras Madres" von César Díaz ist Belgiens Oscar-Einsendung

Der Spielfilm "Nuestras Madres" des belgisch-guatemaltekischen Regisseurs César Díaz (Foto) ist der ausgewählte Beitrag zu den Oscars, die im nächsten Jahr verliehen werden. Dieser erste Langspielfilm von Díaz erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der nach seinen Wurzeln sucht. In diese Suche, die der Film ins Jahr 2018 datiert, fällt der Prozess gegen die Verantwortlichen des blutigen Bürgerkriegs in Guatemala.

Zwischen 1960 und 1996 waren in dem mittelamerikanischen Land Guatemala Hunderttausende Menschen ums Leben gekommen. Zu ihnen gehörte auch der Vater von Regisseur César Díaz, der 1981 spurlos verschwand, als sein Sohn drei Jahre alt war.

Im Film "Nuestras Madres" ("Unsere Mütter") verkörpert der Schauspieler Armando Espitia den jungen Anthropologen Ernesto, der nach in seiner Heimat damals verschwundenen Vorfahren. Dessen Vater war damals ein Guerillakämpfer gegen das Regime, der während dieses Bürgerkriegs verschwunden war. Parallelen zwischen der Hauptrolle im Film und dem Regisseur sind nicht weit zu suchen…

"Nuestras Madres" wurde von einer Fachjury als belgischer Wettbewerbsfilm für die Oscars 2020 ausgewählt. Ob er nominiert wird, bleibt abzuwarten. Der Film läuft im Wettbewerb "Bester internationaler Film" (früher "Bester nicht-englischsprachiger Film"). Die Nominierungen werden erst am 22. Januar 2020 bekanntgegeben. Die Oscars werden dann am 9. Februar in Los Angeles verliehen.

Bei den Filmfestspielen im französischen Cannes hatte "Nuestras Madres" im Mai die "Goldene Kamera" (Foto oben) gewonnen. Der Film kommt in Belgien erst gegen Ende September in die Kinos. Letztes Jahr hatte der belgische Oscar-Ausschuss den Film "Girl" von Lukas D’Hondt aus Gent für den Wettbewerb ausgewählt, doch dieser kam damals nicht in Anmerkung.