Unabhängige Eisenbahnergewerkschaft warnt vor weiteren Aktionen

Die unabhängige Gewerkschaft der Eisenbahner (OVS) fordert die scheidende belgische Bundesregierung dazu auf, sich in den Sozialkonflikt mit der Bahngesellschaft NMBS/SNCB einzuschalten. Die der OVS angeschlossenen Zugbegleiter und Schaffner haben in diesem Sommer schon zweimal gestreikt. Weitere Aktionen sind nicht ausgeschlossen.

Ein dritter Streik nach dem 27. Juli und dem 17. August sei zwar derzeit nicht konkret in Planung, doch die Ansichten der Direktion und dem fahrenden Personal der Bahn würden so weit auseinanderliegen, dass weitere Aktionen unvermeidlich seien, so eine Warnung der Gewerkschaft.

Nach Ansicht der OVS könnte eine Lösung auf politischer Ebene gefunden werden: „Die Regierung muss ausreichend Mittel bereitstellen, damit die NMBS/SNCB ihre Verpflichtungen gegenüber dem Personal erfüllen kann.“

Grund für den Sozialkonflikt zwischen der OVS und der belgischen Bahngesellschaft ist ein Personalmangel beim fahrenden Personal, genauer bei den Zugbegleitern und Schaffnern, der es vielen von ihnen nicht ermöglicht, während der Sommermonate Urlaub zu nehmen.

Die Lösungsvorschläge der Bahndirektion gehen nach Ansicht der OVS nicht weit genug und lassen an Ehrgeiz mangeln, um das seit langem akute Problem zu lösen. Die anderen Eisenbahnergewerkschaften, die zur christlichen ACV und zur sozialistischen ABVV gehören, setzen weiter auf Verhandlungen und haben sich den OVS-Streiks bisher nicht angeschlossen.

Die halbstaatliche Bahngesellschaft NMBS/SNCB ist auch als privatisiertes Unternehmen weiter ein Staatsbetrieb und aus diesem Grunde wollen die unabhängigen Gewerkschaftler die Bundesregierung zumindest als Schlichter in die Verantwortung nehmen.