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Unvorsichtige Landsleute? Schon 162 Belgier im Urlaub tödlich verunglückt

Die Zahl der Belgier, die während ihres Urlaubs tödlich verunglücken, war noch nie so hoch, wie in diesem Sommer. Die drei belgischen Reise- und Versicherungsgesellschaften Europ Assistance, Mutas und Touring haben dieses Jahr bereits 162 Todesfälle registriert, wie die flämische Sonntagszeitung „De Zondag“ in ihrer aktuellen Ausgabe meldet. Offenbar liegt der Grund bei nicht wenigen dramatischen Vorfällen bei Unvorsichtigkeiten der Urlauber.

„Es scheint so, als würden die Leute in den Ferien immer unvorsichtiger“, so Xavier Van Caneghem, Sprecher von Europ Assistance, gegenüber „De Zondag“. Die meisten Todesfälle im Urlaub sind auf Verkehrsunfälle im Ausland zurückzuführen, doch auch gesundheitliche Probleme, wie Herzinfarkte und andere Herz- und Kreislaufprobleme enden nicht selten fatal. Andere Unfälle, wie Stürze nach Unachtsamkeit oder durch starker Alkoholkonsum kommen auch häufig vor. Einige Fälle wurden bekannt, bei denen sich die Opfer auf unbekanntem Terrain in der freien Wildbahn verlaufen und verdursteten oder verhungerten.

Andere Probleme erfolgen z.B. durch Überanstrengung in für die Betroffenen unüblicher Hitze. Der Automobil- und Reiseverband Touring stellt zudem einen Anstieg der Zahl von tödlichen Unfällen im Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten fest. „Es ist nicht besonders schlau, im Urlaub zum Beispiel auf einen Berg zu steigen, wenn man sich zu Hause sonst nicht bewegt“, sagt Touring-Sprecher Danny Smagghe gegenüber „De Zondag“ dazu. Gefährlich ist wohl auch ungeübtes und unbegleitetes Tauchen.

Unvorsichtigkeit und Klimawandel

„Leider geht der Trend dahin, dass die Leute im Urlaub den Helden spielen und damit in den sozialen Netzwerken zu prahlen. Das ist viel spektakulärer, als tagelang nur gemütlich am Pool zu liegen“, so Europ Assistance-Sprecher Van Caneghem weiter. Im Allgemeinen raten die Reiseverbände und die Versicherungen dazu, dass sich die Urlauber auf alles einlassen sollen, was sie sich zutrauen. Allerdings sollten sie sich davor ausreichend vorbereiten, Informationen suchen und im besten Falle auch zuhause in der Heimat vor sportlichen Herausforderungen trainieren.

Neben den bisher 162 tödlichen Urlaubsunfällen haben die verschiedenen Versicherungen und Reisebegleiter dieses Jahr auch schon rund 10.900 medizinische Dossiers nach Verletzungen durch Unfälle oder gar Infektionen registriert. Hier liegt auch nicht selten die auch in südlichen Regionen ungewöhnliche Hitze als ursächlich vor. Dies hat z.B. häufig Magen- und Darmprobleme zur Folge oder Lebensmittelvergiftungen sowie Atemprobleme, so die entsprechenden Statistiken.