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Flandern: Prämien für Hausärzte, um akuten Mangel zu bekämpfen

Das belgische Bundesland Flandern geht davon aus, dass im Zeitraum Juni 2019 bis Ende 2020 227 Städte und Gemeinden über zu wenig Hausärzte verfügen können. Solche Kommunen zählen weniger als 90 Hausärzte pro 100.000 Einwohner. Auf ländlicher Ebene in dünnbevölkerten Regionen liegt dieser Wert oft unter 125 Hausärzten pro Bewohner. Flandern will jetzt Prämien zahlen, wenn Hausärzte neue Praxen eröffnen oder bestehende Praxen übernehmen.

Im Allgemeinen steigt die Zahl der Hausärzte in Flandern, doch lassen sich diese nicht überall im Land nieder. Das sorgt dafür, dass zahlreiche Städte und Gemeinden über zu wenige dieser Ärzte verfügen können. Problematisch ist auch, dass die entsprechenden Statistiken in diesem Bereich in Flandern unvollständig sind. So ist z.B. unklar, wie viele Hausärzte nur halbtags aktiv sind, weil sie vielleicht auch Dienst als Notarzt in einem Krankenhaus leisten oder ähnliches.

Die Statistiken in Flandern tragen auch nicht Rechnung mit der Tatsache, dass Hausärzte sich nicht selten in Gemeinschaftspraxen niederlassen, um so für ausgeglichenere Arbeitszeiten zu sorgen. Auch im medizinischen Bereich suchen stets mehr Menschen nach einem besseren Ausgleich zwischen Berufs- und Privatleben.

Bei der flämischen Landesagentur für Pflege und Gesundheit zählt man derzeit bis etwa Ende 2020 227 Kommunen, in denen die Gesundheitsversorgung durch Hausärzte nur unzureichend garantiert ist. Doch diese Zahl ist kein definitiver Wert. In Großstädten wie Gent oder Antwerpen ist z.B. nicht klar, in welchen Stadtvierteln oder Gegenden (bzw. Distrikten in Antwerpen) genau Probleme auftreten.

Pflege und Gesundheit machte über ganz Flandern verteilt im Zeitraum 2018-2019 54 Kommunen aus, in denen es definitiv deutlich weniger als 90 Hausärzte gibt. Diese Gemeinden werden „prioritär“ behandelt. Hausärzte, die sich dort niederlassen und Praxen eröffnen bzw. übernehmen, können eine Startprämie beantragen, die bei 20.000 € liegt. Diese Prämie soll die Betreffenden ermutigen, sich irgendwo niederzulassen, wo akuter gesundheitlicher Versorgungsmangel herrscht.