Cold Case verschwundener Kurierfahrer: Ausgrabungen in Brüssel liefern keine neuen Hinweise

Im seit vielen Jahren ungeklärten Fall des verschwundenen Kurierfahrers Francis Zwarts brachen Ausgrabungen an der Van Praet-Brücke im Brüsseler Hafen im Stadtteil Schaarbeek keine neuen Erkenntnisse. Die Brüsseler Polizei meldete am Dienstagabend, dass dieser Vorgang ein ergebnisloses Unterfangen war.

Der Geldkurier Francis Zwarts verschwand am 25. Oktober 1982, als er in der Nähe des Flughafens von Zaventem überfallen wurde. Sein Lieferwagen, in dem sich eine Ladung Diamanten, 30 Goldbarren, 12 hochwertige Cartier-Luxusuhren und dutzende Goldmünzen befunden hatten, wurde einen Tag später leer in Diegem bei Brüssel aufgefunden. Doch Zwarts blieb verschwunden, bis heute. Die Ermittler gingen damals davon aus, dass der Kurierfahrer getötet worden ist und an dieser Annahme hat sich wohl bis heute nichts geändert.

Zehn Jahre später, 1995, wurde einer der beiden Hauptverdächtigen, der ehemalige Gendarm Madani Bouhouche, von einem Schwurgericht zu 20 Jahren Haft wegen des Raubmords an Francis Zwarts verurteilt. Dessen Kumpel und ständiger Kollege bei Raubzügen, der ebenfalls ehemalige Gendarm Robert Beijer wurde in dieser Angelegenheit seinerzeit Mangels an Beweisen freigesprochen.

Doch er bekam in einem weiteren Verfahren 14 Jahre Haft für andere Schwerverbrechen aufgebrummt. Polizei und Justiz konnten Beijer lediglich nachweisen, dass er Hehler für die bei dem Raubmord an Zwarts erbeuteten Cartier-Uhren war. Robert Beijer hatte damals in einem Verhör angegeben, dass Bouhouche ihm erzählt hatte, was er mit der Leiche von Francis Zwarts angestellt hatte. Diese Aussage führe jetzt, so lange nach dem eigentlichen Verbrechen, zu den ergebnislosen Ausgrabungen an der Van Praet-Brücke.