Beschwerde gegen zwei neue INEOS-Fabriken im Antwerpener Hafen

Ein Verband aus 30 Umweltvereinigungen hat eine Beschwerdeschrift gegen den Bau von zwei neuen Werken des britischen Chemiegiganten INEOS eingereicht. INEOS will diese beiden Fabriken im Antwerpener Hafen bauen. Die Umweltverbände befürchten negative Folgen für Mensch und Natur durch diese Fabriken, die in erster Linie Basisprodukte für die Kunststoffproduktion herstellen sollen. 

Im Januar wurde bekannt, dass die Antwerpener Hafenbehörde den Vorgang bereits genehmigte. INEOS wird 2,7 Mia. € in diese beiden Werke investieren, die Basisstoffe für die Herstellung von Plastik und anderen Kunststoffen sowie für die Herstellung von Isoliermaterial produzieren werden. Mit dem Bau geht auch die Schaffung von rund 500 neuen Arbeitsplätzen einher (siehe nebenstehenden Beitrag).

Doch in der Antwerpener Region aktive Umweltverbände haben die Unterlagen zu dieser Investition einsehen können und stellten fest, dass für den Bau dieser Anlagen 55 Hektar Wald gefällt werden müssen. Und ersten Schätzungen zufolge wird der Schadstoffausstoß bei der Produktion der oben genannten Stoffe sehr hoch sein.

Thomas Goorden von der Antwerpener Bürgerinitiative „Straten-Generaal“ sagte dazu: „Während man diese Plastikprodukte herstellt, wird sehr viel CO2 ausgestoßen. 1,5 Mio. Tonnen CO2 ist eine erste Schätzung.“ Laut Goorden kommen bei diesem Vorhaben alle nur erdenklichen Probleme zusammen. 

Während man diese Plastikprodukte herstellt, wird sehr viel CO2 ausgestoßen. 1,5 Mio. Tonnen CO2 ist eine erste Schätzung.“

Thomas Goorden, Straten-Generaal

Ein „perfect storm“ so der Umweltschützer: „Im Grunde ist der Klimaaspekt das größte Problem, doch wir erkennen auch zahlreiche weitere Probleme. Das betrifft den Umgang mit der Natur und die Art und Weise, wie mit den Genehmigungsverfahren umgegangen wird.“

Laut den Beschwerdeführern müsse man zuerst den Regeln entsprechend eine Umweltverträglichkeitsstudie anfertigen und zwar für das gesamte Projekt. Doch hier wolle man zuerst Bäume roden, um dann zu sehen, wie sich das mit der Umwelt verhält.

„Das ist nicht erlaubt. Es ist unvorstellbar, dass man schon im ersten Augenblick einen solchen Fehler begeht. Was will INEOS eigentlich? Korrekte Prozeduren einhalten oder uns seine Plastikfabriken einfach in den Rachen werfen?“, so Thomas Goorden. Von der Beschwerdeschrift erwartet die Bewegung nicht viel. Dies sei eher eine Formsache. Doch im gesamten Beschwerdeverfahren ist dies ein notwendiger und verpflichteter Schritt. Für Goorden und seine Mitstreiter ist dies aber auch „ein deutliches Signal“.