Michael Bodmann

Jeder Flame finanziert mit einem Teil seiner Stromrechnung ganz andere Faktoren

Jeder flämische Privathaushalt zahlt jährlich zwischen 250 und 300 € mit seiner Stromrechnung, die gar nichts mit seinem eigenen Stromverbrauch zu tun haben. Der flämische Energie-Regulator (VREG) errechnete, dass dies pro Jahr insgesamt bis zu 1,4 Mia. € einbringt. Doch wohin fließt dieses Geld? 

Bei diesen Zahlungen handelt es sich um in Flandern sogenannte OVD’s, übersetzt „Öffentliche Dienst-Verpflichtungen“. Das kann z.B. schlicht und einfach die Straßenbeleuchtung sein, von der man ja etwas hat.

Dass kann aber auch die Beteiligung der öffentlichen Förderung für Budgetmesser oder für Solaranlagen. Ein nicht unerheblicher Teil der nachhaltigen Energie (Sonnenergie, Windkraft…) wird so mitfinanziert. Doch auch der Sozialtarif für finanziell minderbemittelte Mitbürger fällt darunter.

Das Problem dabei ist (und dies ist wahrscheinlich bei weitem nicht nur im belgischen Bundesland Flandern der Fall), dass die Verbraucher davon nichts wissen, weil dies nicht konkret auf deren individuellen Stromrechnungen zu erkennen ist, so Energie-Regulator VREG.

Die Behörde will solches Zahlenmaterial ab jetzt jährlich veröffentlichen, um damit zu erreichen, dass die Stromrechnungen in Zukunft transparenter werden müssen. Bei VREG ist man überdies der Ansicht, dass die Aufteilung der Finanzierung von nachhaltiger sprich grüner Energie ehrlicher und gerechter geregelt werden müsste. Einen Großteil davon auf die Verbraucher im Land abzuwälzen stelle auf Dauer ein Problem dar, hieß es dazu. 

Jelle Jansegers
BELGA/WAEM