Flanderns Bildungsministerin Hilde Crevits weigert Erkennung der islamischen Schule in Genk

Weil die Schule die Menschen- und Kinderrechte nicht angemessen respektiere, hat die flämische Bildungsministerin Hilde Crevits (CD&V) einer Schule im limburgischen Genk keine vorläufige Erkennung gewährt. Das islamische Selam College war in dieser Woche von der Schulinspektion überprüft worden. Dieser zufolge erfüllt die Schule die Erkennungskriterien nicht. 

Die flämische kurdischstämmige Landesabgeordnete der N-VA, Zuhal Demir, hatte im Mai angekündigt, alles zu tun, um die Eröffnung dieser konfessionellen Schule zu verhindern.

Will eine Schuleinrichtung von den Behörden anerkannt werden, muss sie u. a. die belgische Verfassung und alle internationalen Verträge, insbesondere über die Menschen- und Kinderrechte, respektieren. Die Schulinspektion war zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht gegeben sei, nachdem sie ein Gutachten der Staatssicherheit eingeholt hatte.

Weder Zuschüsse noch Anerkennung der Abschlüsse

Das Selam College erhält demnach keine Zuschüsse vom Staat und die von ihm verliehenen Diplome werden nicht anerkannt, sagte Bildungsministerin Crevits (Foto: unten).

Zuhal Demir hatte eine Untersuchung nach den Verbindungen zwischen dem Schulträger, die "Islamitische Federatie van België", und dem erzkonservativen türkischen Verband Milli Görus gefordert.

Der Verband tritt bereits als Schulträger in Charleroi und in der Brüsseler Gemeinde Schaarbeek auf.

Die in ganz Europa aktive Milli Görus lehnt sich an die Politik der Türkei an. Sie inspiriert sich an den Ideen des ehemaligen Premierministers Erbakan. Dieser war 1997 von der türkischen Armee abgesetzt und vom türkischen Verfassungsgericht von politischen Aktivitäten ausgeschlossen worden. Grund: Erbakan habe gegen die Trennung zwischen Staat und Religion verstoßen.