Nicolas Maeterlinck

Flanderns ehemaliger Parlamentsvorsitzender muss den Führerschein abgeben

Der frühere Vorsitzende des flämische Landesparlamentes, Kris Van Dijck (N-VA - Foto), ist vom Polizeigericht von Turnhout (Provinz Westflandern) zu zwei Wochen Führerscheinentzug und zu einer Geldstrafe von 1.600 € verurteilt worden. Van Dijck hatte Anfang Juli einen Unfall verursacht. Er hatte sich mit zu viel Alkohol im Blut ans Steuer seines Wagens gesetzt und einen Unfall verursacht.

Bei Kris Van Dijk wurden nach dem Unfall bei einem Alkoholtestest 1,42 Promille im Blut festgestellt. Dieser Unfall, nach dem Van Dijk andeutete, er habe „doch nur ein oder zwei Gläschen zu viel getrunken“ und er habe doch „nicht so weit fahren müssen“, sorgte für Schlagzeilen, zumal der N-VA Politiker gerade flämischer Parlamentspräsident wurde. Kris Van Dijk hatte mit seinem Wagen damals einen Anhänger gerammt und beschädigt. Einige Tage danach gab er allerdings zu verstehen, dass er sich schäme und dass dies „niemals hätte passieren dürfen“.

Noch ein Skandal

Nur wenige Tage später - Ausgerechnet während einer Ansprache zum flämischen Nationalfeiertag, dem 11. Juli, in Brüssel - zwangen ihn Medienberichte über eine mutmaßliche Betrugsaffäre definitiv zum Rücktritt. Kris Van Dijck war zu diesem Augenblick erst zwei Wochen als flämischer Parlamentsvorsitzender im Amt. Das flämische Blatt „p-magazine“ hatte Kris Van Dijk mit einem Betrugsskandal in Verbindung gebracht, bei dem es auch um eine Escortdame ging. Van Dijck, so das Blatt, soll angeblich seinen politischen Einfluss geltend gemacht haben, als es darum ging, einer Prostituierten, mit der er wohl ein Verhältnis hatte, Vorteile in Form von Bezügen und Zuschüssen zu verschaffen.

Mildes Urteil

Jetzt verurteilte ihn ein Verkehrsrichter zu einem Führerscheinentzug für die Dauer von 15 Tagen und zu einem Bußgeld in Höhe von 1.600 €. Ein sogenanntes „Alkoholschloss“ am Armaturenbrett seines Wagens, wie es die Anklage gefordert hatte, muss Van Dijk aber nicht anbringen lassen. Van Dijks Anwalt gab an, sein Mandant werde gegen das Urteil nicht in Berufung gehen, denn dieses Urteil sei ein ehrliches Urteil. Das Gericht habe mit der der Tatsache Rechnung getragen, dass sich Kris Van Dijk bisher nichts zuschulden habe kommen lassen und dass er seinen Fehler zugegeben und sich öffentlich entschuldigt habe. Sowohl der Unfall, als auch der Betrugsverdacht haben dem politischen und gesellschaftlichen Ansehen von Kris Van Dijk schweren Schaden zugefügt.