Schwere Explosion zerstört drei Häuser in Wilrijk bei Antwerpen

Gegen 12 Uhr 20 am Dienstagmittag hat sich im Ortsteil Valaar in Wilrijk, einem Stadtteil von Antwerpen, eine schwere Explosion ereignet. Dabei wurden mindestens drei Häuser völlig zerstört und mehrere weitere beschädigt. Nach ersten Angaben der Feuerwehr befanden sich mehrere Personen unter den Trümmern. Bis zum Nachmittag konnten drei Personen schwerverletzt geborgen werden. Eine Person wurde zu diesem Zeitpunkt noch vermisst. Die Hilfskräfte riefen dazu auf, die Gegend um den Ort dieser Katastrophe weiträumig zu umgehen, um die Rettungsarbeiten nicht zu stören.

Die Explosion, deren Ursache noch unklar ist - auch wenn von Gasgeruch die Rede ist - war verheerend. VRT-Kollegin Marjan Temmerman sagte vor Ort: „Von zwei Reihenhäusern und einem kleinen Appartementgebäude bleibt außer Staub und Ziegelsteine nicht mehr viel übrig. Man kann nicht mehr erkennen, dass das einmal Häuser waren.“ Inzwischen sind die Rettungskräfte - Feuerwehr, Rotes Kreuz, Zivilschutz - dabei, nach weiteren Überlebenden zu suchen. Die Feuerwehr besprüht den Ort des Geschehens mit Wasser, damit der Staub am Boden bleibt. Rettungskräfte sind mit Spürhunden dabei, nach Opfern zu suchen.

Antwerpens Bürgermeister sprach in einem Twitterbericht von einer schrecklichen Gasexplosion: „Unser Dank gilt schon jetzt den Hilfskräften, die mit dem Auffangen und mit ihrer Rettungsaktion begonnen haben. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Antwerpen wird ihnen jede Unterstützung bieten.“ Unterdessen wurde alle Schulkinder der nahegelegenen Johannesschule in ein anderes Gebäude evakuiert. Der Ort der Explosion befindet sich in der Palmanshoevestraat in Wilrijk, genauer an der Straßenecke Riddervel und Egied Segerslaan.

Haben Arbeiten mit dem Vorfall zu tun?

Zum Zeitpunkt der Explosion wurde in der Nähe des Unfallortes gearbeitet. Die Wassergesellschaft Aquafin ist dort derzeit tätig, doch die Arbeiter hatten gerade ihre Mittagspause eingelegt. Ihnen war zu diesem Zeitpunkt nichts besonders aufgefallen. Auch Straßenarbeiten waren dort im Gang. Fluvius, der belgische Netzbetreiber für Strom und Erdgas gab an, dort in Wilrijk im Augenblick keine Baustelle zu betreiben. Das Unternehmen hat im Laufe der Rettungsarbeiten alle Gas- und Stromleitungen bis auf weiteres unterbrochen. Inzwischen nahmen die Antwerpener Staatsanwaltschaft und ein Untersuchungsrichter ihre Ermittlungen zur Suche nach dem Ursprung dieser Explosion auf.

In der betroffenen Straße hatte Fluvius übrigens 2012 alle Erdgasleitungen vollständig erneuert und im August war „ein kleines Gasleck“ abgedichtet worden. Alle Druckprüfungen seien damals ohne Probleme durchgeführt worden, hieß es von Seiten des Unternehmens dazu. Ob die Explosion mit diesen seit dem 22. August abgeschlossenen Arbeiten zu tun hat, müssen die laufenden Ermittlungen ergeben. Bei Fluvius geht man derzeit vorsichtig davon aus, dass die Explosion ihre Ursache in einem der getroffenen Gebäude hatte.

Was passiert nach den Rettungs- und Bergungsarbeiten?

Augenzeugen sprachen von einem extrem lauten Knall und von umherfliegenden Bruchstücken. Ein Kind soll einen Gehörschaden davongetragen haben. Viele Menschen strömten sofort zum Ort des Geschehens, um zu helfen, wurde den VRT-Journalisten erzählt. In der Nähe des Unfallortes empfängt ein Gemeinschaftszentrum all jene auf, die derzeit ihre Häuser oder Wohnungen nicht erreichen konnten oder können. Dort wird auch psychologische Hilfe angeboten, denn auch Bewohner der zerstörten Gebäude finden dort eine erste Aufnahme. Nach den Rettungs- und Bergungsarbeiten muss der Antwerpener Stadtingenieur begutachten, wie die Aufräumarbeiten verlaufen müssen. Dabei muss festgestellt werden, ob weitere Gebäude instabil wurden und gestützt werden müssen. 

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Jonas Roosens
Jonas Roosens
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