Verschiedene Ideen, um Flandern vor Wasserknappheit zu bewahren

Zwei flämische Behörden, die sich mit der Wasserversorgung im belgischen Bundesland Flandern befassen, haben nach den extremen Trockenperioden der vergangenen beiden Sommer Pläne geschmiedet, wie man die Wasserversorgung in solchen Zeiten sichern kann. Die Möglichkeiten, die das Trinkwasser-Versorgungsunternehmen De Watergroep und das Abfallwasser-Aufbereitungsunternehmen Aquafin jetzt vorlegen, können unterschiedlicher nicht sein.

De Watergroep (Die Wassergruppe)

Das größte Trinkwasser-Versorgungsunternehmen in Flandern arbeitet intensiv daran, auch Seewasser aus der Nordsee zu Trinkwasser aufzuarbeiten. Schon nächstes Jahr sollen entsprechende Testläufe beginnen, so De Watergroep. In einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt es dazu: „Flandern verfügt nur über eine eingeschränkte Menge von Süßwasser. Wir setzen voll auf Aufbereitung und auf intelligente Technologien, um Trinkwasser zu sparen aber auch um Meerwasser zu entsalzen. Auch Abwässer können eine Lösung bieten, um unsere Versorgung mit Wasser zu garantieren.“ Flandern wäre die erste Region in den Nordseeanrainerstaaten, die Salzwasser aus diesem Meer zu Trinkwasser aufarbeiten will.

Aquafin

Die Wasser-Aufbereitungsgesellschaft Aquafin hingegen will Regenwasserbecken und Zisternen von Privathaushalten dazu nutzen, um während Hitzewellen und extremen Trockenperioden die Wasserversorgung in Flandern aufrecht zu erhalten. Aquafin will diese privaten Becken zudem regeln, wenn im Zuge von heftigen Regenfällen Überflutungen drohen. Über Sensoren sollen solche Becken unter Umständen bei Starkregen auch leerlaufen können. „Zusammengezählt können Regenwasser-Auffangbecken in Flandern bis zu 15 Millionen Liter Regenwasser auffangen“, heißt es dazu bei Aquafin.

Zu viel und zu wenig Wasser

Eines ist im belgischen Bundesland Flandern sicher, nämlich, dass durch den Klimawandel der Wasserhaushalt schwer gestört ist. Der Grundwasserspiegel hierzulande ist durch die sehr langen Trockenperioden extrem gesunken und schafft es nicht, seine normalen Pegel wieder zu erreichen. Und es kommt hier auch regelmäßig zu immer stärker werdenden Unwettern mit Extrem- und Starkregen, den die Abwassersysteme nicht mehr auffangen können. Ein Großteil des Regenwasser, das letztendlich über die Abwasserkanäle abfließen kann, wird in die Nordsee geleitet…