Allfinanz-Gruppe KBC streicht 1.400 Stellen in Belgien

Die Bank- und Versicherungsgruppe KBC wird in den kommenden drei Jahren 1.400 Stellen abbauen. Daneben werden etwa 400 Verträge mit externen Arbeitskräften abgebaut. Dies gab die KBC-Direktion am Mittwochmorgen im Rahmen einer außergewöhnlichen Betriebsversammlung bekannt. Dort hieß es, man wolle den Jobabbau über „natürliche Abgänge“ bewerkstelligen.

Diese Umstrukturierung ist das Resultat einer umfassenden Einsparungsoperation, die das KBC-Management schon im Mai angekündigt hatte. Man wolle in Zukunft schneller und effizienter arbeiten, wie dazu verlautete. Vor einiger Zeit wurde auch die Chefetage bei der Allfinanz-Gruppe ausgedünnt.

In Belgien werden nach Plan 1.400 der insgesamt 15.000 Vollzeitjobs abgebaut. Jeweils 300 Funktionen sollen nach Brno in Tschechien oder nach Varna in Bulgarien verlagert werden. Weiter werden 400 Verträge mit externen Mitarbeitern, in erster Linie Informatiker und Zeitarbeitskräfte, beendet werden.

Die KBC-Direktion gab dazu auch bekannt, dass man alle gemeinsamen Überlegungen, die in den Sozialverhandlungen mit den Gewerkschafen getroffen werden, respektieren werde, doch man wolle auch versuchen, diese Umstrukturierung weitgehend über einen natürlichen Weggang von Mitarbeitern, sprich Renten oder Kollegen, die selbst die Bank verlassen, bewerkstelligen. Aus diesem Grunde sei auch kein kollektiver Entlassungsplan vorgelegt worden, wie KBC-CEO Johan Thijs dazu sagte.

Die „digitale Bank“ und virtuelle Währungen sind auf dem Vormarsch

Nicht nur die KBC will ihre Mitarbeiterzahl und auch die Zahl der Bankfilialen ausdünnen. Auch BNP Paribas und ING Belgien führten solche Maßnahmen bereits durch. In den vergangenen 10 Jahren wurden im belgischen Bankenwesen etwa 13.000 Stellen abgebaut. Mehrere Gründe liegen dafür vor. Zum einen liegen die Zinsen derzeit historisch niedrig und das fühlen die Banken in ihren Kreditabteilungen deutlich am eigenen Leib. Die Gewinnspannen sind dabei sehr klein geworden.

Doch auch die Digitalisierung hinterlässt ihre Wunden, denn immer weniger Kunden gehen noch selbst zur Bank und verrichten ihre Bankvorgänge am Computer oder am Mobiltelefon. Bei steigenden Kosten für den Unterhalt und die Besetzung eines umfassenden Filialnetz, das stets weniger genutzt wird, sind die Folgen beinahe logisch. Nicht zuletzt sorgen virtuelle Währungen, wie Bitcoin oder die von Google oder Facebook angekündigten Finanzmittel für zusätzliche Konkurrenz am Markt, so CEO Thijs.