Brüssel und die belgische Bundesregierung "clashen" wieder über den Fluglärm

Die Brüsseler Regionalregierung will Eigentum des Bundes beschlagnahmen, wenn die scheidende Regierung nicht umgehend Bußgelder bezahlt, zu denen sie nach wiederholten Verstößen gegen den zulässigen Lärmpegel bei Starts und Landungen am Brussels Airport in Zaventem verurteilt wurde. Insgesamt handelt es sich dabei um eine Summe in Höhe von 3,2 Mio. €, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu meldet. Dem Brüsseler Flughafen droht unterdessen weiteres Ungemach, denn Studien zu Ultra-Feinstaub an Airports sorgen dort für Diskussionen. 

Diese Summe setzt sich aus Bußgeldern für Verstöße am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem (Flämisch-Brabant) von März, April und Mai des laufenden Jahres und aus ähnlichen Vorgängen im Jahr 2017 zusammen. Ein Brüsseler Gericht hatte erwirkt, dass die Bundesbehörden für Verstöße der in Brüssel geltenden Fluglärmvorschriften geradestehen müssen. Der belgische Staat hatte gegen dieses Urteil keine Berufung eingereicht. Aus dem Kabinett des scheidenden belgischen Verkehrsministers François Bellot (MR) verlautete dazu laut BRUZZ lediglich, dass „der Prozess laufe.“

Da bis jetzt keine Zahlungen von Seiten der belgischen Bundesbehörden eingegangen seien, gehe die Region Brüssel-Hauptstadt in dieser Abgelegenheit den nächsten Schritt, sagte Brüssels regionaler Umweltminister Alain Maron (Ecolo). In den kommenden Monaten werde man weiter Zwangsgelder einfordern und die Berechnungen für den vergangenen Monat August würden gerade angestellt. Maron sagte dazu, dass man diesen Weg gehen müsse, um zumindest einen konstruktiven Dialog mit der belgischen Bundesebene zu erreichen. Um die Verstöße gegen die hiesigen Lärmschutznormen beim Flugverkehr zu vermeiden, seien strukturelle Lösungen notwendig, doch diese müssen gemeinsam aufgestellt werden, so Maron abschließend. 

Droht dem Brussels Airport weiteres Ungemach?

Die christliche Gewerkschaft ACV will, dass es am Brussels Airport in Zaventem zu wissenschaftlichen Studien zum Thema Ultra-Feinstaub kommt. Entsprechende Studien im Ausland würden besorgniserregende Resultate zeigen, so die Gewerkschaft, die sich Sorgen über die Gesundheit des Flughafenpersonals macht. Anlass der Sorgen sind die Ergebnisse einer Studie des niederländischen Instituts für Volksgesundheit und Umwelt (RIVM) zu Feinstaub in und am Amsterdamer Flughafen Schiphol. Dort würden das Personal und Anwohner in der direkten Umgebung des Airports regelmäßig ultrafeinen Schadstoffen ausgesetzt, was das Risiko auf Atemwegs- und Herz-Kreislaufkrankheiten erhöhen würde.

Ultra-Feinstaub sind kleine Teilchen in der Luft, die kleiner sind als 0,1 Mikrometer. Solche Teilchen kann der menschliche Körper offenbar nur schwerlich selbst abbauen, wodurch sie in die Blutbahnen und in anderen Körperteilen geraten könn(t)en. In Belgien sammeln Messstationen für Feinstaub und Ultra-Feinstaub im Brüsseler Umland entsprechende Informationen. Diese belegen, dass je näher man am Brussels Airport wohnt, je mehr Ultra-Feinstaub eingeatmet werden kann. Am Brussels Airport selbst sind keine Messstationen. Untersuchungen in Dänemark aber ergaben bereits 2012, dass auf den Flugfeldern von Airports enorm hohe Ultra-Feinstaubmengen aufkommen. Jetzt fordert die ACV solche Messungen auch auf dem Tarmac von Zaventem.