Explosion in Antwerpen: Vermisste Person tot geborgen

Nach der verheerenden Explosion in Wilrijk in Antwerpen, bei der am Dienstagmittag drei Häuser völlig zerstört und drei weitere Gebäude schwer beschädigt wurden, suchten die Rettungskräfte nach einer vermissten Person. Am frühen Mittwochmorgen wurde die Vermisste, eine 87 Jahre alte Frau, tot in den Trümmern entdeckt.

Feuerwehr und Zivildienst hatten die ganze Nacht lang nach der vermissten Frau gesucht. Zeitweise wurde absolute Stille verordnet, damit Spürhunde und Suchmannschaften auch akustisch nach Signalen unter den Trümmern suchen konnten. 

An manchen Stellen gruben die Helfer mit bloßen Händen in den Trümmern und trugen Stein für Stein ab - lange ohne Erfolg. Gegen 2 Uhr 30 in der Nacht wurde die vermisste Seniorin gefunden. Sie war bereits gestorben.

Am Dienstag konnten schon drei Personen in den Trümmern der völlig zerstörten Häuser geborgen werden. Dabei handelte es sich um zwei Männer im Alter von 76 und 57 Jahren und um eine 47 Jahre alte Frau. Zwei der Opfer wurden schwer verletzt, befinden sich aber nicht in Lebensgefahr und die dritte Person konnte noch am Dienstag das Krankenhaus wieder verlassen.

Trümmer räumen

Jetzt müssen die Hilfsdienste die Trümmer der völlig zerstörten Gebäude, zwei Wohnhäuser und ein kleines Flatgebäude, räumen. Zunächst wird noch untersucht, ob die drei schwer beschädigten Gebäude daneben statisch gestützt werden können oder abgerissen werden sollen. Alle Evakuierten aus den umliegenden Häusern durften inzwischen wieder nach Hause gehen. Die Bewohner der betroffenen Gebäude wurden bei Freunden oder bei Familien und gegebenenfalls in einem Hotel in Antwerpen untergebracht.

Ähnliche Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit

Polizei und Justiz suchen jetzt nach dem Grund der Explosion. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelte es sich bei dem Vorfall um eine Gasexplosion nach einem Leck in einer Gasleitung. Im Januar 2018 war in Antwerpen ein Haus am Paardenmarkt in Antwerpen nach einem Gasleck explodiert. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben und 14 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Bei einer schweren Gasexplosion mitten im Stadtzentrum von Lüttich waren im Januar 2015 14 Menschen in einem fünfstöckigen Wohnhaus ums Leben gekommen. Ein kleines Mädchen hatte diese Katastrophe damals überlebt.