Der moderne Bauernhof sorgt für weniger Treibhausgasemissionen

Milcobel, eine Genossenschaft, die fast die Hälfte der flämischen Milchbauern repräsentiert, will ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30% reduzieren. Insgesamt ist der Sektor für 4% der Treibhausgase in Flandern verantwortlich, hauptsächlich aufgrund der Methanemissionen von Kühen. Und das muss reduziert werden.

Insgesamt macht der Sektor 4% der Treibhausgase in Flandern aus, was hauptsächlich auf die Methanemissionen von Kühen zurückzuführen ist. Der Anteil kann jedoch durch eine bessere Fütterung und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Milchviehbetriebe stark verringert werden. Und das ist notwendig, denn der Sektor selbst ist in den letzten Jahren um 30 % produktiver geworden, wodurch die Methanemissionen eigentlich gleich geblieben sind.

Ein Beispiel: Die Milchkühe der Bauern Bart und Marijke machen einen Großteil des Geschäfts ihres Unternehmens aus. Doch die Kühe stoßen auch jede Menge Methan aus. Die beiden jungen Leute haben deshalb eine sehr moderne Installation auf dem Hof angebracht, die verschiedene Futterarten mischt.

Bäuerin Marijke D'hertefelt erklärt, wie ihre Supermaschine funktioniert: „Die Maschine holt sich alle Sorten, die sie braucht. Im Computer ist festgelegt, wieviel Kilo von welcher Futtersorte sie nehmen muss. Die läßt sie dann in die Mischmaschine fallen. Und von dort wird das Futter zu den Kühen transportiert.“ Das erfolgt alles automatisch. Es ist schon deshalb nachhaltig, weil das Futter besser zusammengesetzt ist.

„Das ist Treber“, erklärt Leen Vandaele, Forscherin beim Agrarinstitut ILVO. „Wir haben das in unserem ILVO-Forschungsstall getestet. Wir haben Sojaschrot durch diesen Treber und Rabsschrot ersetzt. Die Kombination hat dazu beigetragen, dass weniger Methan von unseren Kühen ausgestoßen wird.“ Sie stießen auf diese Weise etwa 15 Prozent weniger Methan aus, erklärt die Forscherin weiter.

Das Methan ist nämlich vor allem ein Problem beim Aufstoßen. „Der Anteil, der beim Pupsen freikommt, macht nur 10 Prozent aus. Der größte Anteil, 90 Prozent, wird über das Rülpsen der Kuh ausgestoßen“, so Vandaele auch noch.

Der Methanausstoß muss weniger werden, schon allein deshalb, weil der Sektor weiter wachsen will. Peter Koopmans, der CEO der Genossenschaft für Milchbauern Milcobel, erklärt gegenüber der VRT: "Wir wollen bis 2030 tatsächlich diesen 30 Prozent näherkommen. Wir haben das in der Vergangenheit schon geschafft. Unsere Bauern haben in den vergangenen 15 Jahren für die gleiche Liter-Menge Milch bereits 30 Prozent Treibhausgasemissionen reduziert."

"Gleichzeitig haben wir aber auch mehr Milch produziert. Wir haben deshalb den gleichen Ausstoß wie früher: 30 Prozent mehr Milch, aber eben auch 30 Prozent Methanreduzierung. Und das müssen wir natürlich noch weiter fortsetzen“, so Koopmans. Zum Beispiel, indem Bauern wie Marijke und Bart ihre eigene grüne Energie erzeugen. Sie vergären ihren Dünger in einer Biogasanlage, die sie erweitern wollen.

Milchbauer Bart Vanderstraeten erklärt: Neben Biostrom, erzeugen wir hiermit auch Wärme. Die soll nicht verloren gehen, deshalb setzen wir sie ein. Und Marijke fügt hinzu: „Wir schaffen uns schon bald eine noch größere Installation an, so dass wir in Sachen Strom und Wärme zu 100 Prozent autonom sind. Und den Rest können wir als Ökostrom für andere Familien ins Netz speisen.“