Proximus-Gewerkschaften verlangen sofortigen Rücktritt von CEO Dominique Leroy

Die Chefin des belgischen Telekomunternehmens Proximus hatte vor einigen Tagen angekündigt, sie werde am ersten Dezember an die Spitze des niederländischen Konkurrenten KPN wechseln. In einem offenen Brief fordern die Proximus-Gewerkschaften jetzt ihren sofortigen Rücktritt: Eine Zusammenarbeit mit ihr sei nicht mehr möglich. Auch die Finanzmarktaufsicht befasst sich mit einem verdächtigen Aktienverkauf durch Leroy.

Der Wechsel von Proximus-CEO Dominique Leroy (Foto) zu KPN wird von den Gewerkschaften des belgischen Telekomkonzern scharf kritisiert. Es sei gefährlich für Proximus, dass Leroy zu einem potentiellen Konkurrenten wechsele. KPN habe in der Vergangenheit öfters Interesse an einer Übernahme von Proximus gezeigt.

Wenn Leroy jetzt mit all ihrem Insiderwissen über Proximus zu KPN überlaufe, sei das gefährlich für das belgische Unternehmen. Die Befürchtungen, dass Leroy etwas plane, seien real. Dabei verweisen die Gewerkschaften auch auf den verdächtigen Verkauf eines Aktienpakets von Anfang August.

Am Montag wollen sie einen offenen Brief an den Vorsitzenden des Verwaltungsrats von Proximus verschicken. Die Gewerkschaften fordern, dass Leroy das Unternehmen sofort – und nicht erst Ende November – verlässt.

Verdächtiges Aktiengeschäft

Mitarbeiter der Finanzmarktaufsicht haben Ermittlungen gegen Leroy aufgenommen. Die Finanzmarktaufsicht interessiert sich für den Verkauf eines Pakets von 10.840 Proximus-Aktien. Leroy hatte am 1. August dieses Paket für einen Gesamtwert von gut 285.000 Euro verkauft. Es war das erste Mal seit drei Jahren, dass Leroy Aktien im Wert von mehr als 5.000 Euro verkauft hatte.

Die Aufseher wollen jetzt herausfinden, ob Leroy sich aufgrund ihres Insiderwissens einen Vorteil beim Verkauf dieser Aktien verschafft hat. Und das auch vor dem Hintergrund ihres zum 1. Dezember geplanten Wechsels zu KPN.

VRT