Tag des flämischen Kulturerbes: Sechs nicht alltägliche Aktivitäten

Nicht weniger als 618 Denkmäler in 167 flämischen Gemeinden öffnen an diesem Sonntag anlässlich des Tages des flämischen Erbes, dem „Open Monumentdag“, ihre Pforten. Dieses Jahr sind fast 730 Aktivitäten geplant. Das ist eine einzigartige Möglichkeit, Orte zu entdecken, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind.

Wie jedes Jahr findet der Tag des flämischen Kulturerbes am zweiten Sonntag im September statt. Diese neue Ausgabe hat ein paar kleine Perlen für Sie auf Lager. Wir bieten Ihnen einen kurzen Überblick.

Das Minarett in Maasmechelen

An diesem Sonntag haben Sie die einmalige Gelegenheit, die Spitze des Minaretts der türkischen Moschee in Maasmechelen, Limburg, zu besteigen. Dieser Besuch bietet Ihnen einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Natur und endet mit einer Verkostung türkischer Gerichte und Süßigkeiten.

Ein verlassenes E-Werk in Schelle (Antwerpen)

Der Electrabel-Standort in Schelle (Provinz Antwerpen), auch bekannt als Interescaut, wurde 1930 eingeweiht und war damals das größte E-Werk Europas.

Das Gebäude steht seit fast 20 Jahren leer und soll zu einem historischen Kulturzentrum umfunktioniert werden. Am Sonntag kann das beeindruckende Gelände besichtigt werden.

Tagsüber finden im Maschinenraum Workshops für Kinder von 6 bis 12 Jahren statt. Kinder können entdecken, wie das Gebäude bedient wurde.

In einer Zelle eingesperrt

Entdecken Sie an diesem Sonntag die dunkle Geschichte des Zuchthauses, dem ältesten Gefängnis unseres Landes. In Vilvoorde, bei Brüssel, wurde es vom Architekten Laurent Benoit Dewez konzipiert und 1779 eröffnet.

Das Gefängnis wurde auch als Krankenhaus oder Militärkaserne genutzt. Seit 2006 steht die Anlage unter Denkmalschutz. An diesem Sonntag ist der Eintritt kostenlos. Die Besucher können sich auch in eine winzige Zelle einsperren lassen.

Wacholderschnaps brennen wie 1898

Die Wacholderschnapsbrennerei Van Damme in Balegem (Ostflandern) setzt noch immer die traditionellen Methoden des 19. Jahrhunderts ein. Zu diesem Zweck betreiben die Hersteller weiterhin eine authentische Dampfmaschine von Gustaaf Van Damme aus dem Jahr 1898. Hier können sie am Sonntag den echten Genever kosten.

Hip-Hop in den Abteien von Gent

Musik und Gesang hatten schon immer ihren Platz im religiösen Leben der Abteien. An diesem Tag des Kulturerbes ist die Gelegenheit also ideal: Die beiden Abteien von Gent öffnen ihre Türen für etwas modernere Rhythmen.

Die Abtei Sint Pieter wird Hip-Hop-Tanz-Workshops anbieten. In Sint-Baaf wird der Gospelchor "African Joys Chorale" zu Gast sein.

Kino wie in der Belle Epoque

Tauchen Sie ein in das kinematografische Universum von 1895! In Blankenberge werden Filme wie in der Pionierzeit des Kinos gezeigt und begleitet von einem Pianisten. Die Vorführungen finden um 14:30 Uhr, 15:30 Uhr und 16:30 Uhr statt.

Die Befreiung Belgiens am Ende des 2. Weltkriegs

An diesem Sonntag finden auch viele Feierlichkeiten im Rahmen des 75-jährigen Jubiläums des Endes der deutschen Besatzung in Belgien statt.

In Waregem können Sie beispielsweise das ehemalige Hauptquartier der Geheimarmee besuchen, während Kortrijk eine Ausstellung über die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs für die Stadt zeigt.

Andere Gemeinden entscheiden sich für ein sportlicheres Gedenken. In Izegem und Mol können Sie eine Radweg auf den Spuren des Ersten und Zweiten Weltkriegs entdecken.

In Hasselt kann man dank der historischen Rekonstruktion eines Militärlagers mit mehr als 75 Fahrzeugen verschiedener Truppen in die Geschichte  eintauchen.

Das komplette Programm des Tages des flämischen Kulturerbes finden Sie auf der Webseite des „Open Monumentendag“.