Zelfmoordlijn: Flämische Hotline zur Suizidverhütung und Krisenbegleitung sucht Freiwillige

Jeden Tag beenden in Flandern drei Menschen ihr Leben, ein trauriger Rekord. Flandern hat damit die höchste Selbstmordrate in Westeuropa. Täglich werden auch 28 Suizidversuche unternommen. Angesichts einer Vielzahl von Hilferufen sucht die flämische Hotline zur Suizidverhütung und Krisenbegleitung (Zelfmoordlijn) aktiv nach Freiwilligen.

Im vergangenen Jahr erhielt die Zelfmoordlijn-Hotline nicht weniger als 15.000 Anrufe, etwa 40 pro Tag. Die meisten Anrufe erfolgen zwischen 18:00 und 2:00 Uhr.

Als Reaktion auf diese große Anzahl von Anrufen sucht die Hotline aktiv nach Freiwilligen. Allerdings müssen neue Mitarbeiter gezielt geschult werden, was Geld kostet. "Am Ende ihrer Ausbildung müssen die Kandidaten nachweisen, dass sie wirklich in der Lage sind, ein Gespräch mit jemandem zu führen, der ernsthaft über Selbstmord nachdenkt", sagt Kirsten Pauwels, Leiterin der flämischen Hotline zur Suizidverhütung und Krisenbegleitung.

Derzeit arbeiten 3 feste Mitarbeiter und 161 Freiwillige für die Zelfmoordlijn. Das ist doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. "Aber einige Hilfesuchende, die versuchen, uns zu kontaktieren, erreichen uns nicht, weil wir unterbesetzt sind", sagt Kirsten Pauwels. "Unser Online-Chatroom hat auch Öffnungszeiten. Wir träumen davon, 24 Stunden am Tag über Chat verfügbar zu sein, aber dann  benötigen wir fünfmal mehr Mitarbeiter als heute", sagt sie.

In Flandern können hilfesuchende Menschen zwischen 18.30 und 22.30 Uhr online www.zelfmoord1813.be kontaktieren oder die kostenlose Nummer 1813 anrufen, eine Hotline, die sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag erreichbar ist. Für Krisenbegleitung auf Französisch steht ein Forum auf der Website des Centre de Prévention du Suicide zur Verfügung. Es ist auch möglich, 0800 32 123 anzurufen.