AP2009

Die Dexia-Restbank will sich aus der Börse zurückziehen: "Aktien sind wertlos"

Die Restbank von Dexia hat in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass sie die Einrichtung aus der Brüsseler Börse abziehen will.  Definitiv, hieß es dazu, werde man am 16. Oktober im Rahmen einer außergewöhnliche Generalversammlung darüber entscheiden, ob es zu diesem Schritt tatsächlich kommen werde. Inzwischen wird immer deutlicher, dass die Dexia-Papiere eigentlich keinen Wert mehr haben.

Fast 2 Millionen Dexia-Aktien sind derzeit noch zum Handel an der Brüsseler Euronext-Börse zugelassen. Der Wert dieser Anteile entspricht weniger als 0,5 % des gesamten Aktienkapitals der Dexia-Restbank. Belgien und Frankreich halten als staatliche Anteilseigner 52,78 % bzw. 46,81 % des Kapitals. Kurz zuvor meldete Dexia bereits einen Nettoverlust von 546 Mio. € für das erste Halbjahr 2019.

Bei dem aktuellen Vorgang handelt es sich laut Dexia-Direktion um eine Strategie. Zu Jahresbeginn hatte die Bank angekündigt, ihr Portefeuille durch diverse Verkäufe verkleinern zu wollen. Damit gelang es Anfang September z.B., aus Krediten und Anleihen im Wert von 7 Mia. € herauszukommen.

Doch auch Anpassungen in der Buchhaltung, wie z.B. eine Neuaufstellung von Aktiva und andere durch die französisch-belgische Restholding von Dexia getätigte Verkäufe, können nicht verhindern, dass die Restbank in Zukunft noch tiefer in die roten Zahlen rutschen kann.

2011 wurde Dexia als Folge der internationalen Finanzkrise aufgelöst. Das Geldinstitut musste 2008 mit belgischen Staatsgeldern in Höhe von 3 Mia. € vor dem Bankrott gerettet werden und wurde nach ihrer Auflösung von der neuen belgische Staatsbank Belfius übernommen. Die Dexia-Restbank behielt die sogenannten „Ramschkredite“ und andere „faule“ Bereiche quasi als „bad bank“. Doch weitere Experimente lässt die in die Krise geratene Dexia nicht mehr zu und will sich jetzt aus der Börse zurückziehen.