Ein Stecker in der Nordsee? Verteiler für die Windkraftanlagen

König Philippe besuchte am Dienstag eine außergewöhnliche technische Anlage rund 40 km vor dem belgischen Nordseestrand. Dort befindet sich ein Verteilerstecker, über den die von den Offshore-Windkraftanlagen produzierte Energie auf das Festland geschafft wird.

Die Plattform, Modular Offshore Grid (MOG) genannt, ist die erste Anlage ihrer Art in der Nordsee. Sie entstand in einer Bauzeit von rund drei Jahren. Ab Ende 2020 wird von dort aus Elektrizität aus in einer ersten Instanz 4 Windkraftanlagen auf das belgische Festland geschafft. Der Anschluß befindet sich im Nordseehafen Zeebrügge. Betreiber ist der belgische Stromnetzbetreiber Elia.

Insgesamt 130 km an Hochleistungskabel sind an das MOG angeschlossen und in Zukunft werden weitere Offshore-Anlagen daran angeschlossen, die derzeit noch im Bau sind. Gesteuert wird die Anlage von der Elia-Zentrale im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek aus. Erst im vergangenen Jahr war sie zu ihrem Standort auf hoher See geschleppt worden.

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Die MOG-Plattform ist rot eingefärbt und die vier Windkraftanlagen sind in hellblau zu erkennen

Derzeit können rund 1,2 Millionen Haushalte von dort aus mit Strom versorgt werden. Gekostet hat die MOG-Plattform rund 400 Millionen Euro, eine Investition, die Elia rasch amortisieren kann. Elia-CEO Chris Peeters sagte dazu:  "Wir sind damit ein Pionier in Europa und werden uns weiter vergrößern."

Bis 2020 sollen weitere Anlagen entstehen, die zusätzliche 1,7 Gigawatt Strom produzieren und über die MOG-Plattform ins belgische Netz einspeisen können. Elia ist auch bereit dazu, diese Plattform ausländischen Kunden zur Verfügung zu stellen. Nicht weit davon entfernt in niederländischen Gewässern befindet sich der niederländische Offshore-Windpark Borssele. Für belgische Anlagen, die derzeit an der westlichen Seite der belgischen Nordseeküste entstehen, ist die MOG-Plattform nicht geeignet, weil sie dann doch zu weit entfernt ist. Hier wird wohl eine ähnliche Anlage entstehen, die auch für französische Stromproduzenten interessant werden könnte.