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Sozialkonflikt bei Proximus: Ein Schlichter soll es richten

Das Management des belgischen Telekomanbieters Proximus hat eine Schlichtung zur Lösung des seit Tagen schwelenden Sozialkonflikts beim Personal akzeptiert. Der Wechsel von Proximus-CEO Dominique Leroy zum niederländischen Konkurrenten KPN, der in der vergangenen Woche bekannt wurde, hatte zu ernsthaften Unsicherheiten geführt, die am Dienstag in spontane Arbeitsniederlegungen gipfelte.

Die Gewerkschaften bei Proximus lehnen es ab, dass CEO Dominique Leroy, die ab Anfang September bei KPN anfängt, weiter in den Sozialverhandlungen zur Umstrukturierung des Unternehmens involviert bleibt. Dort heißt es, dass man kein Vertrauen mehr in die Managerin habe. Beim belgischen Telekomriesen Proximus sollen im Zuge der geplanten Unternehmensreform bis zu 1.900 Arbeitsplatze abgebaut werden.

Die Gewerkschaften forderten, dass die Verhandlungen über die Spar- und Reformpläne ausgesetzt werden, und verlangten, dass ein Sozialschlichter hinzugezogen wird. Die Direktion bei Proximus erklärte am Dienstagabend, dass sie dazu bereit sei, einen Schlichter einzuschalten. Das Management und die Gewerkschaften treffen sich an diesem Mittwoch, um dieser Schlichtung eine Form zu geben.

Indessen steht die baldige Ex-CEO Dominique Leroy in der Kritik, denn sie hatte kurz vor Bekanntwerden ihres Abgangs bei Proximus noch eigene Anteile verkauft. Dieser Vorgang fand in den dazu vorgesehenen Fristen statt, ist in den Augen von Beobachtern allerdings zu einem denkbar schlechten Augenblick erfolgt und könnte deshalb unter Umständen trotzdem anfechtbar sein. Auch dies ist ein Grund dafür, dass die Gewerkschaften Leroy nicht mehr vertrauen. 

Domonique Leroy (Archivfoto)