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VRT-Journalist spricht in Dünkirchen mit einem jungen Transitmigranten

In den letzten Tagen hat die britische Küstenwache dutzende Transitmigranten aufgegriffen, die mit Booten von Nordfrankreich aus versuchten, illegal in Großbritannien einzureisen. Offenbar versuchen derzeit viele Transitmigranten von Belgien oder von Frankreich aus irgendwie den Ärmelkanal zu überqueren. VRT-Journalist Stijn Vercruysse traf in Dünkirchen in Nordfrankreich Lingard, einen jungen deutschsprechenden Flüchtling aus dem Iran.

Lingard gehört zu einer Gruppe von mehreren hundert Flüchtlingen, die von Dünkirchen aus koste es, was es wolle, gerade jetzt versuchen, nach Großbritannien zu gelangen. Offenbar werden sie von Schleuserbanden derzeit nervös gemacht, denn es heißt hier gerade: „Ihr müsst jetzt nach Großbritannien, denn wenn ihr es nicht vor dem Brexit schafft, dann akzeptieren die euch nicht mehr da und werden euch deportieren.“

Mehrere Journalisten aus Belgien und auch aus Frankreich haben erfahren, dass diese Transitmigranten in erster Linie auf die Menschenschmuggler hören und ihnen auf jeden Fall Glauben schenken.

Stijn Vercruysse beobachtete ein Flüchtlingslager in Dünkirchen, von wo aus sich auch Familien mit Kindern per Boot illegal auf den Weg nach England machen wollen. Der junge Iraner Lingard ist einer von ihnen. Er ist als Kind nach Deutschland gekommen, hat dort die Sprache erlernt und will doch nach England weiterreisen… 

Auch an der belgischen Nordseeküste, speziell rund um den Seehafen von Zeebrügge und um den Jachthafen von Nieuwpoort, werden regelmäßig Transitmigranten auf dem Weg auf die britischen Inseln aufgegriffen. Vor wenigen Tagen hatten Polizei und Zoll dort noch eine umfangreiche Übung durchgeführt, weil sie davon ausgehen, dass sich dieses Problem je näher der Brexit kommt, auch hier verschärfen wird.