Nicolas Maeterlinck

Bürgermeister Close verbietet rechtsextremen "Marsch nach Brüssel"

Bürgermeister Philippe Close (PS) folgt einem früheren negativen Gutachten der Polizei und erteilt der Organisation des "Marsches nach Brüssel" keine Genehmigung für ihre geplante rechtsextreme Demonstration. Diese war für Sonntag angesetzt, um gegen den Cordon Sanitaire um den Vlaams Belang zu protestieren. Mehr als tausend Menschen hatten angegeben, dass sie am Marsch teilnehmen wollten.

Der 'Marsch nach Brüssel' hätte an diesem Sonntag, den 15. September, in Brüssel stattfinden sollen. Anfangs sagten etwas mehr als tausend Menschen auf Facebook, dass sie nach Brüssel kommen würden. In der Zwischenzeit wurde die ursprüngliche Veranstaltung entfernt und ein neues Ereignis erstellt.

Am Dienstag teilte die Polizei mit, dass sie eine negative Stellungnahme zum Marsch abgegeben habe, ebenso wie zu allen anderen Gegendemonstrationen, die organisiert würden. Die Veranstalter des Marsches wurden am Donnerstag ins Kommissariat eingeladen, um ihre Absichten klarzustellen. "Wir werden sehen, ob sie die Absicht haben, friedlich zu demonstrieren", hieß es vor diesem Treffen. Ein Bericht über das Treffen wurde dann an den Bürgermeister geschickt. Er ließ sich aber nicht überzeugen.

Auch alle Gegendemonstrationen sind verboten. Die Organisatoren der verschiedenen Demonstrationen wollen es dabei aber nicht belassen. Die rechtsextremen Initiatoren behaupten, dass der Marsch weitergehen würde und die Gegendemonstranten kündigen über die sozialen Medien an, dass auch sie sich treffen würden. Die erste Gruppe soll sich auf dem Spanjeplein versammeln, letztere im ACOD-Gebäude an der Kongresssäule.

Kein Kommentar

Die Polizei wollte sich zu den Gründen des Verbots nicht äußern. Doch schon jetzt ist klar, dass viel los sein wird auf den Brüsseler Straßen an diesem Wochenende. So zieht eine Ballonparade durch die Innenstadt. Außerdem ist Tag des offenen Denkmals und um 14.30 Uhr findet in Anderlecht das Fußballspiel Anderlecht – Antwerpen statt.

Laut dem Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Vlaams Belang, Tom Van Grieken, würde die Demonstration von Tomas Boutens organisiert. Dies ist der belgische Anführer der rechtsextremen Gruppe „Blut, Boden, Ehre und Treue“. Seit einiger Zeit gibt der Vlaams Belang selbst an, dass er sich vollständig von dem Marsch und der dahinter stehenden Organisation distanziere.

Im Jahr 2018 wurde ein ähnliches Ereignis "Marsch gegen Marrakesch" zunächst ebenfalls verboten. Dann beschloss der Staatsrat in letzter Minute, dass die Demonstration stattfinden könne.

Motorradgangs und Neonazis

Unter den Unterstützern von Boutens befinden sich auch einige Mitglieder der Motorradgang Blue Angels. Das schreibt die Zeitung Het Laatste Nieuws. Die Sicherheitsdienste sind sich der gegenseitigen Verbindungen zwischen beiden Gruppen bewusst und über den gefährlichen Cocktail von Waffen und rechtsextremer Ideologie bewusst, sollte der Marsch doch noch stattfinden.

Das Credo des Marsches, "nicht meine flämische Regierung", ist auf den Profilen in den Sozialen Medien der Bandenmitglieder sehr verbreitet. Laut einem Insider sei Boutens' ehemalige Motorradbande Mjölnir nach internen Konflikten teilweise in die Blue Angels aufgenommen worden.

Die Blue Angels verstehen sich als eine kriminelle Bande, die über dem Gesetz steht. Boutens selbst hat eine reiche kriminelle Vergangenheit. Der Ex-Militär wurde 2014 wegen Terrorismus verurteilt. Mit seiner Gruppe Bloed, Bodem, Eer & Trouw hatten sie eine große Anzahl von Waffen erworben, um die ‘weiße Rasse mit Gewalt zu verteidigen‘.