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Neues Gerät erkennt illegale Drogen viel genauer

Mit einem neuen Gerät werden Polizei und Zoll in Kürze in der Lage sein, illegale Drogen mit viel größerer Genauigkeit zu erkennen. Der'NarcoReader' wurde von Forschern der UAntwerpen entwickelt und kann innerhalb von 40 Sekunden und mit nahezu vollständiger Sicherheit feststellen, welche Stoffe sich in einer unbekannten Substanz befinden.

Polizei und Zollbeamte, die sich mit illegalen Drogen befassen, verwenden heute Farbtests. Indem man eine Probe mit einem anderen chemischen Produkt reagieren lässt, kann man anhand einer Farbänderung bestimmen, ob beispielsweise ein weißes Pulver effektiv Kokain ist.

"Doch das hat mehrere Nachteile", so die Projektkoordinatorin Karolien De Wael von der UAntwerpen. "Einige unschuldige Substanzen verursachen zum Beispiel auch Verfärbungen, genau wie Kokain. So stellt sich das Ergebnis nach einer teuren Überprüfung im Labor oft als falsch positiv heraus. Die Genauigkeit des Farbtests für Kokain beträgt nur etwa 70 Prozent."

Die legale Substanz Lidocain beispielsweise liefert ein falsch positives Ergebnis, weil sie im Farbtest ähnlich reagiert. Die Substanz Codein liefert sogar ein falsch-negatives Ergebnis: Sie verbirgt das Vorhandensein von Kokain bei einem Farbtest.

Europa investiert daher 5,5 Millionen Euro in das Projekt Bordersens, das die Universität Antwerpen koordiniert. Der NarcoReader wurde in Zusammenarbeit mit anderen Universitäten, aber auch mit Grenzbehörden, Hafen- und Flughafenpolizei und einigen Unternehmen entwickelt. Das Gerät sendet einen kleinen elektrischen Impuls über eine Elektrode durch die Probe. Innerhalb von vierzig Sekunden erscheint das Ergebnis auf dem verbundenen Smartphone oder Tablett.

"Das Prinzip ist vergleichbar mit einem Glukosemessgerät", sagt Devin Daems, der ebenfalls zur Forschungsgruppe gehört.

Im Labor konnte die neue Technologie Kokain mit einer Genauigkeit von nicht weniger als 98 Prozent nachweisen. In Zusammenarbeit mit Partnern in verschiedenen europäischen Ländern wird der NarcoReader nun in der Praxis weiter getestet.

Während des vierjährigen Projekts werden die Forscher weiter an der Optimierung der Benutzerfreundlichkeit für die Sicherheitsdienste arbeiten. "Wir wollen sicherstellen, dass der Benutzer so wenig Schritte wie möglich unternehmen muss, um das Gerät zu benutzen", so Daems. "Das reduziert auch das Risiko von Fehlern oder Verunreinigungen der Probe."