Die Umweltzone von Antwerpen bringt viel Geld ein

Im Februar 2017 wurde in Antwerpen die sogenannte „Umweltzone“ eingerichtet, ein Innenstadtbereich, in den nur schadstoffarme Fahrzeuge hineinfahren dürfen. Antwerpen war seinerzeit die erste Stadt in Belgien, die eine solche Umweltzone eingerichtet hat. Inzwischen haben auch Brüssel und Gent solche Zonen. Inzwischen spülen die zahlreichen Verstöße viel Geld in die Kasse von Antwerpen: Rund 25,5 Mio. € seit Anfang 2017, wie die flämischen Tageszeitungen De Standaard, Gazet van Antwerpen und Het Nieuwsblad am Dienstag meldeten.

Um die Luftverschmutzung im Stadtzentrum von Antwerpen einzudämmen, wurde dort im Februar 2017 eine Umweltzone eingerichtet. Diese Umweltzone umfasst weite Teile der Antwerpener Innenstadt und einen Teil des Stadtviertels Linkeroever auf der „anderen Seite“ der Schelde. Diese offiziell Low Emission Zone (kurz LEZ) genannte Zone sieht vor, dass Fahrzeuge mit einer zu hohen Abgasnorm in diese Zone nicht mehr einfahren dürfen. Ansonsten drohen Bußgelder. Kontrolliert wird die LEZ über Kameras mit Nummernschild-Erkennung, die in Sekundenschnelle Fahrzeuge überprüfen und die ermittelten Angaben an eine Datenbank weiterleiten können. Wird ein Verstoß festgestellt, wird der Fahrer (oder der Fahrzeughalter) zur Kasse gebeten.

Bis zu 350 € können fällig werden, wenn jemand in die Umweltzone hineinfährt, dessen Wagen die dort zulässigen Abgasnormen überschreitet. Seit der Einführung der Antwerpener Umweltzone wurden auf diese Weise rund 25,5 Mio. € eingenommen. Zwar ist die Zahl der Verstöße in letzter deutlich zurückgegangen, doch noch immer werden täglich Dutzende Verstöße festgestellt. 2017 noch 244 Verstöße pro Tag registriert und noch rund 118 täglich. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres lag die Zahl der Verstöße nur noch bei 64 pro Tag.

Gäste“ aus dem Ausland… 

Seit 2018 werden auch ausländische Fahrzeuge überprüft und bei Verstößen drohen auch hier Bußgelder. Das war bis dahin nicht möglich, weil es noch keine einheitliche EU-Regelung dazu gab. Ausländische Fahrzeuge haben einen Anteil von einem Drittel der bisher eingenommenen Bußgelder, so De Standaard, Gazet van Antwerpen und Het Nieuwsblad dazu. Antwerpen investiert einen Teil dieser Einnahmen in die Verwaltung, sprich in die kommunale Behörde, die die LEZ überwacht. Doch auch Projekte, die zur Verbesserung der Lebensqualität in der Hafenmetropole an der Schelde beitragen, werden daraus bezuschusst.

Die Luftqualität in Antwerpen aber hat sich seit der Einführung der Umweltzone nicht wirklich verbessert. Die LEZ liegt zu nahe an den weiterhin hochgradig genutzten Verkehrsachsen und am riesigen Industriezentrum im Hafen, von wo aus Schadstoffe aus den Schornsteinen herüberwehen. Und nicht zuletzt sorgen die immer zahlreicher werdenden Kreuzfahrtschiffe, die nicht selten stundenlang am innenstadtnahen Kai am „Steen“ auf ihre Gäste warten, für zusätzliche Belastungen. Solche Schiffe laufen nonstop, weil die Schiffsmotoren die elektrisch betriebenen Anlagen mit Energie versorgen müssen…