BelgianArmy

Erstes belgisch-französisches Manöver soll strategische Zusammenarbeit vorbereiten

Seit dem 16. September und noch bis zum 27. September führen belgische und französische Landverbände zum ersten Mal ein gemeinsames und umfassendes Manöver durch. Dieses Manöver soll eine zukünftige deutlich engere Zusammenarbeit der Armeen Belgiens und Frankreichs vorbereiten, in dem man in einer ersten Instanz Erfahrungen und Wissen auf Ebene des genutzten Materials austauscht. In absehbarer Zeit soll sich z.B. der Fahrzeugpark beider Armeen ergänzen.

In einigen Jahren, so der Plan, werden Frankreich und Belgien mit den gleichen gepanzerten Fahrzeugen arbeiten. Das aktuelle belgisch-französische Manöver bringt rund 170 Fahrzeuge der beiden Armeen zusammen. Daneben werden dabei 750 belgische und rund 200 französische Soldaten eingesetzt. Geübt werden bei diesem Manöver gemeinsame Patrouillen, die Sicherung von sensiblen Locations, das Eskortieren von Konvois, Anti-Terroraktionen und medizinische Evakuierungen.

Beide Länder haben vereinbart, dass sie auf Ebene der Landesverteidigung in Zukunft deutlich enger kooperieren wird. Das betrifft zum einen die Fahrzeugparks und zum anderen Ausbildung, Ausrichtung und den operationellen Einsatz.

Die derzeitige Vorgehensweise fußt auf einer laufenden gemeinsamen Entwicklung von neuen Panzerfahrzeugen, genauer die Panzerwagen Griffon und Jaguar. Diese Fahrzeuge sollen bis 2025 z.B. die heutigen belgischen Panzerfahrzeuge ersetzen.

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Griffon (links) und Jaguar (rechts)/Foto BelgianArmy

Weil die Franzosen genau die gleichen Fahrzeuge einsetzen werden, liegt es nahe, dass schon jetzt gemeinsam Ausbildungen und Trainings durchgeführt werden. Dazu gehört natürlich auch, dass man sich an der Basis erstmal kennenlernt, was auch Ziel des aktuellen gemeinsamen Manövers beider Truppen ist.

Das beide Nachbarländer gemeinsam Fahrzeuge und Verteidigungskonzepte entwickeln liegt auch aus einem politischen Grunde nahe, denn die jeweiligen Haushalte für die Finanzierung der jeweiligen Armeen stehen hüben wie drüben gehörig unter Druck.

Gemeinsame Vorgehensweise schon bei der Beschaffung von Ausrüstung und einem späteren gemeinsamen Unterhalt können zu erheblichen Einsparungen führen - nicht zuletzt auch bei Auslandseinsätzen, so die belgische Armeeführung dazu. 

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Fahrzeuge abgestellt

Am Mittwoch wurde auch bekannt, dass die belgische Armee 120 gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Lynx vorläufig abstellen ließ. Bei Inspektionen wurden Haarrisse an den Chassis einiger dieser Fahrzeuge festgestellt. Bei der Direktion Material Resources will man auf Nummer sicher gehen: „Die Sicherheit geht vor. Wir wollen nicht, dass unnötige Risiken aufgenommen werden.“

Konkret handelt es sich um Lynx-Panzerwagen der Modelle RPK und SPS (Baujahr 2007), die besser gepanzert sind, als andere Versionen dieses Typs. Zudem sind diese Fahrzeuge mit zusätzlicher Bewaffnung ausgestattet. Inzwischen sollen alle Fahrzeuge dieser Reihen auf Risse im Rahmen untersucht werden. Zur Reparatur müssen die Fahrzeuge komplett auseinandergenommen werden.