Brexit und Verkehrschaos? Nicht mit Belgien

Wenn das Vereinigte Königreich Ende nächsten Monats aus der Europäischen Union austritt, könnte dies zu großen Verkehrsproblemen auf Belgiens Straßen führen, insbesondere wenn es keine Einigung darüber gibt, wie die Briten aus der Union austreten. Die belgische Regierung hat deshalb schon Mal Maßnahmen zur Vermeidung von Verkehrschaos vorbereitet.

Belgien ist ein Transitland für Verkehr aus ganz Europa nach und von Großbritannien. Nach dem Brexit wird dieser Verkehr die Grenze nicht mehr einfach passieren können.

„Das war manchmal schon ein Flaschenhals, aber jetzt wird das ein Pfropfen“, betont der ausscheidender Innenminister, Pieter De Crem, gegenüber der VRT. „Mit anderen Worten: Dieser Transitverkehr wird nicht mehr möglich sein, weil das Vereinigte Königreich ein Land wird, das nicht mehr zur Europäischen Union gehört. Man muss also separate Kontrollen für den Verkehr, der aus dem Vereinigten Königreich kommt und den Verkehr, der ins Vereinigte Königreich will - und das ist vor allem der Güterverkehr -  durchführen.“

Das kann zu Staus um Antwerpen, in Westflandern und möglicherweise auch noch mit Folgen an weiter entfernten Orten führen. „Das könnte einen Domino-Effekt auslösen mit Staus zur Folge“, so Wald Thielemans von der belgischen Polizei. „Wir arbeiten deshalb auf zwei Ebenen. In Westflandern werden wir Polizisten einsetzen, um den Verkehr dort gut zu regeln und bei Sättigung des Verkehrs, einen Teil der Fahrzeuge auf Parkplätze umleiten, damit die Straßen frei bleiben.“

Auch im Rest des Landes kann die Polizei in den Verkehrsfluss eingreifen. LKW-Fahrern aus Ost- und Mitteleuropa wird empfohlen, ihre Zollpapiere im Voraus in Ordnung zu bringen. Der ausscheidende Wirtschaftsminister Wouter Beke rät in der VRT: „Kommen sie gut informiert hierher, in die Niederlande oder nach Frankreich. Setzen Sie sich nicht ohne jegliche Informationen in Ihren Lkw, um dann zu sehen, ob man eventuell hier die Papiere ausfüllen kann.“

Für einige Unternehmen hierzulande werden die Zollkontrollen umgelegt. „Bei den 50 großen Exporteuren werden wir die Kontrollen jetzt auf dem Unternehmensgelände durchführen, so dass diese in Zeebrügge schnell durchfahren können“, erklärt Alexander De Croo, der ausscheidende Finanzminister.

Und der ausscheidende belgische Premier Charles Michel kündigt jedenfalls an, dass Belgien so gut wie möglich auf das, was kommen werde, vorbereitet sei.