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Was wird aus Thomas Cook Belgien nach der britischen Pleite? "Ferien belgischer Kunden nicht in Gefahr"

Nachdem der britische Reiseveranstalter Thomas Cook Insolvenz angemeldet hat, wird es auch für die belgischen Tochterfirma spannend, die hier vor allem unter dem Markennamen Neckermann operiert. Es besteht die leise Hoffnung, dass die belgische Thomas Cook-Filiale mit der deutschen einen Neuanfang machen könnte. In der Zwischenzeit brauchen die belgischen Feriengäste, die momentan mit Thomas Cook verreist sind, sich aber keine Sorgen zu machen. Neue Buchungen werden jedoch nicht mehr akzeptiert.

1. Ich habe einen Urlaub bei Thomas Cook Belgien gebucht, was jetzt?

Leen Segers, Sprecherin von Thomas Cook Belgien, erklärte VRT NWS, das Unternehmen sei in unserem Land derzeit noch "voll funktionsfähig". "In Belgien wird keine Insolvenz angemeldet. Das bedeutet, dass die gebuchten Ferien im Moment einfach weiterlaufen." Derzeit sind rund 10.000 Belgier mit Thomas Cook unterwegs.

Alle Filialen waren am heutigen Montagmorgen geöffnet und das Unternehmen ist auch telefonisch erreichbar. Neue Reisen können vorerst jedoch nicht gebucht werden. "Aus Vorsichtsgründen akzeptieren wir im Moment keine neuen Kunden. Wir wollen uns erst Klarheit verschaffen." Auch über die Thomas Cook-Website ist es derzeit nicht mehr möglich, Reisen zu bestellen.

Im Gegensatz zum britischen Thomas Cook hat die belgische Niederlassung keine eigene Fluggesellschaft mehr, sondern fliegt mit Brussels Airlines. Dort teilen sie uns auch mit, dass vorerst "alle Reisenden von Thomas Cook Belgien einfach wie gebucht mitfliegen können".

Jeder, der einen Flug über den britischen Thomas Cook gebucht hat, könnte in Schwierigkeiten geraten, heißt es bei Brussels Airlines. "Es gibt einige Passagiere, die mit uns nach Manchester fliegen sollten, um dort auf Flüge von Thomas Cook UK nach Nord- und Mittelamerika umzusteigen. Da Thomas Cook UK alle Operationen eingestellt hat, gab es keinen Grund, diese Passagiere nach Manchester zu bringen, weil sie dort festsitzen würden."

2. Kann das so weitergehen? Wie stark betrifft dieser Konkurs die belgische Tochterfirma von Thomas Cook?

Das ist absolut unklar, geben sie auch bei Thomas Cook Belgien zu. "Wir prüfen alle Möglichkeiten, um die Auswirkungen des Konkurses der britischen Zentrale auf unsere Mitarbeiter und unsere Kunden zu begrenzen.“

Thomas Cook Belgien ist hier vor allem unter dem Markennamen Neckermann bekannt (die Luxusmarke Pegase wurde Ende letzten Jahres verselbstständigt). Es ist ein profitables Unternehmen mit 600 Mitarbeitern. Jedes Jahr organisieren sie die Reisen von rund 700.000 Urlaubern.

Im Gegensatz zu den Briten sind die Belgier online ziemlich stark. Etwa ein Drittel der Einnahmen stammt aus Online-Buchungen.

3. Heißt das, dass Thomas Cook Belgien/Neckermann einen Neustart hinlegen kann?

Das ist die Vermutung. In einer Pressemitteilung verweist Thomas Cook Belgien auf die "kontinentaleuropäische Organisation", insbesondere auf Thomas Cook Deutschland. Darüber hinaus war die belgische Organisation schon immer stark mit Deutschland verbunden, zum Beispiel im Bereich der IT- und Buchungssysteme.

Um ehrlich zu sein, ist das jedoch nicht so offensichtlich. Es gibt auch viele operative Verbindungen zu den Briten, was bedeutet, dass Thomas Cook Belgien nicht im Handumdrehen wieder neustarten kann.

In jedem Fall wird um 9 Uhr bei Thomas Cook Belgien ein Sonderbetriebsrat stattfinden, der die Mitarbeiter über die aktuelle Situation informiert.

4. Was passiert mit meiner Reise, wenn Thomas Cook Belgien trotzdem Insolvenz anmelden muss?

Die belgische Niederlassung ist auch Mitglied des Reisegarantiefonds. Das bedeutet, dass in diesem Fall für alle gebuchten Pauschalreisen eine Lösung gesucht wird: Entweder wird eine Alternative für die gebuchten Hotels und/oder Flüge gesucht oder die Reise wird erstattet.

Im Moment ist dies noch nicht der Fall, aber mit dem Garantiefonds teilen sie uns mit, dass sie sich auf jeden Fall "in Bereitschaft" befinden.

Auch die Verbraucherschutzorganisation Test-Aankoop (die hiesige Stiftung Warentest) hat eine Infotelefon – 00 32 2 542 34 34 - eingerichtet, an die sich die betroffenen Reisenden mit allen ihren Fragen wenden können.