Thomas Cook Belgien fragt Schutz gegen Gläubiger an

Nach dem außerordentlichen Betriebsrat von Thomas Cook Belgien hat das Unternehmen den Handelsrichter um Schutz gegen die Gläubiger gebeten. Damit scheint der belgische Zweig des Tour Operators den Konkurs abgewendet zu haben.

Die Geschäftsführung von Thomas Cook Belgien hat wieder Zugang zu mehreren Konten des Unternehmens, erhalten die aufgrund der Konkurserklärung der britischen Muttergesellschaft gesperrt worden waren.

Mit dieser Maßnahme hat der belgische Tour Operator Zeit gewonnen. Die Aktivitäten von zwei Unternehmen – Thomas Cook Touroperator und Thomas Cook Retail – werden eingestellt. Eine dritte Gesellschaft – Thomas Cook Retail Belgium – hat sich mit einem Vergleich einverstanden erklärt und ist gegen die Forderungen der Gläubiger geschützt. 

Für rund 600 Beschäftigte bedeutet dies konkret, dass ihr Gehalt für September ausbezahlt wird.

600 Mitarbeiter und 700000 Kunden in Belgien

Unter  Thomas Cook Retail Belgium fallen 85 Geschäfte und 510 von insgesamt 600 Mitarbeitern

In den kommenden Tagen wird die Geschäftsführung einen Plan ausarbeiten, und diesen beim Handelsgericht einreichen. Der Richter wird dann Kandidaten prüfen, die bereit sind, das gesamte Unternehmen oder Teile davon zu übernehmen.

Die Auswirkungen dieser Änderungen auf die Urlauber, die über Thomas Cook gebucht haben oder im Ausland sind, sind noch ungewiss. Auch für die Beschäftigten bei Thomas Cook Belgien und ihren Marken Neckermann Belgien und Pégase brechen unsichere Zeiten an.

Im Gegensatz zu Thomas Cook Großbritannien machte der belgische Zweig mit rund 700.000 Kunden Gewinne. 

Folgen, auch für Brussels Airlines

Die Fluggesellschaft übernimmt 80 Prozent der Flüge des Tour Operators. Das sind rund 1 Million verkaufter Sitzplätze pro Jahr.

Als Thomas Cook Belgien 2017 verkauft wurde, hat Brussels Airlines zwei Flugzeuge und das Bordpersonal übernommen. Darüber hinaus unterzeichnete es einen Exklusivvertrag mit Thomas Cook.

Dank dieser Übernahme konnte Brussels Airlines sich zu einer vielschichtigen Fluggesellschaft mit zahlreichen Ferienzielen entfalten.

Die Krise bei Thomas Cook Belgien hätte zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt ausbrechen können. Brussels Airlines muss dem Hauptunternehmen beweisen, dass die Fluggesellschaft auf eigenen Beinen stehen kann. Noch ist Brussels Airlines nicht gewinnbringend.