Urlauber und Personal von Thomas Cook werden von Hotels unter Druck gesetzt

„Wir erhalten unzählige Anrufe von Leuten aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich … Manche können nach der Ankunft in ihrem Hotel nicht einchecken, weil das Hotel von ihnen verlangt, die Reise erneut zu bezahlen, manchmal zu überhöhten Preisen. Andere Gäste konnten nach dem Frühstück nicht mehr auf ihr Zimmer, weil der Schlüssel deaktiviert wurde“, berichtet Julie Rausenberger gegenüber der VRT.

„Dabei haben die Hoteliers die Garantie erhalten, dass die Rechnungen von Thomas Cook Belgien bezahlt worden sind“, so die Mitarbeiterin von Thomas Cook. Sie vermutet, dass die Hoteliers versuchen, ihre durch den Konkurs von Thomas Cook Großbritannien entstandenen Unkosten über die belgischen Kunden zu decken.  

Für die auf den Flughäfen und in den Hotellobbys festsitzenden Urlauber können die Mitarbeiter vor Ort nichts tun. 

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Urlauber berichten

Thomas-Cook-Kunde Koen Hertsens urlaubt zurzeit auf Zypern. „Man hatte uns versichert, dass der Urlaub wie geplant verlaufen wird, da alle Kosten bezahlt waren. Aber bei unserer Ankunft mussten wir sofort 1.600 Euro pro Person bezahlen oder wir durften nicht auf unsere Zimmer.“

Gunther Vanderbruggen hatte über Neckermann ein Hotelzimmer in Österreich gebucht: „Bei unserer Ankunft mussten wir den Betrag erneut bezahlen oder konnten sogleich wieder abfahren.“

Jo Scholliers wurde das gebuchte Zimmer bei der Ankunft auf Kreta verweigert: „Wir haben nach einem Tag Ungewissheit und erfolglosem Telefonieren ein zweites Mal für die Übernachtung zahlen müssen.“

Zukunft für Auslandsmitarbeiter ungewiss

Dabei ist die Zukunft der vielen Auslandsmitarbeiter des Tour Operators selbst mehr als ungewiss. „Wir wohnen im Ausland, manche Kollegen seit Jahren. Wir wissen nicht, was uns bevorsteht. Werden wir den Reise-Garantiefonds in Anspruch nehmen können? Werden wir zurückgeführt? Viele von uns haben in Belgien längst keine Wohnung mehr.“

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