AFP or licensors

Thomas Cook in Belgien: Diese Woche können keine Urlauber in Ferien fliegen

Noch immer herrscht bei den Kunden des vor einem Konkurs oder einem Neustart stehenden belgischen Ableger des pleitegegangenen Urlaubsriesen Thomas Cook viel Unklarheit. Etwas mehr Deutlichkeit kommt von „Garantiefonds Reisen“, wo mitgeteilt wird, dass in dieser Woche wohl keine Flüge mehr starten können, mit denen Thomas Cook-Kunden, die dort Pauschalreisen gebucht haben, in Urlaub fliegen können. Reisen, die über die unabhängigen Konzerntöchter Club Med, Pegase oder Expedia gebucht wurden, finden allerdings statt.

An diesem Mittwoch starten mindestens 12 Flüge in Brüssel, um gestrandete Thomas Cook-Kunden zurück nach Belgien zu bringen. Die entsprechenden Flugzeuge fliegen leer in die Ferienorte. Inzwischen haben bereits rund 1.500 gestrandete oder auf dem Trockenen gebliebene Reisende aus Belgien einen Antrag auf Rückerstattung ihrer entstandenen Kosten gestellt. Sicher ist aber laut „Garantiefonds Reisen“ nicht und dies mindestens bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Kurator die Geschäfte übernimmt. Doch es wird dazu geraten, alle Belege genau zu kontrollieren und sich in die Reisebüros zu begeben, in denen die Reisen jeweils gebucht wurden. Allerdings sind einige Agenturen durch das Wirrwarr um die drohende Pleite auch zumindest vorläufig geschlossen, z.B. einige Neckermann-Filialen in Belgien.

Rückflüge werden organisiert, Kosten werden zurückerstattet

„Garantiefonds Reisen“ kündigte übrigens auch an, dass alle Reisenden aus Belgien, die in den kommenden Tagen ihren Rückflug in die Heimat geplant hatten, auch zurückfliegen können. Die in den vergangenen Tagen in Tunesien gestrandeten und blockierten belgischen Urlauber befinden sich in Hotels, wo „Garantiefonds Reisen“ Zimmer für sie gebucht haben. Dort werden sie in den kommenden Tagen abgeholt und nach Belgien zurückgeflogen. Dadurch entstehen keine zusätzlichen Kosten, wie deutlich mitgeteilt wurde. Ähnlich wird auch mit Landsleuten vorgegangen, die sich noch in Griechenland, auf den Kanaren, in Ägypten, in Montenegro oder in Spanien aufhalten. An Rückflügen aus Izmir für gestrandete Türkei-Urlauber werde noch gearbeitet, hieß es dazu am Mittwoch. 

Und was passiert mit den Arbeitnehmern?

Nach dem der britische Thomas Cook-Mutterkonzern am Montag definitiv in Konkurs gegangen war, wurde auch die Zukunft der belgischen Unternehmenstöchter unsicher. Inzwischen wurde deutlich, dass in einer ersten Instanz mindestens 75 Arbeitsplätze verloren gehen. Für Thomas Cook Belgien arbeiten etwa 600 Menschen und jährlich machen rund 600.000 Belgier über diesen Reiseveranstalter einen Pauschalurlaub. Momentan befinden sich noch rund 12.000 Urlauber von Thomas Cook aus unserem Land im Ausland und rund 40.000 Landsleute haben bis zum Jahresende dort einen Pauschalurlaub gebucht. 

Inzwischen hat das Handelsgericht von Gent drei Unternehmen aus der belgischen Thomas Cook-Gruppe offiziell für pleite erklärt - Thomas Cook Financial Services Belgium n.v., Thomas Cook Retail n.v. und Thomas Cook Belgium n.v. Hier wurden unterdessen drei Kuratoren angestellt. Dies betrifft allerdings nicht die größte Filiale, zu der die einzelnen Reisebüros und der Großteil des Personals gehören. Dieser Unternehmensteil hat bekanntlich Gläubigerschutz beantragt (siehe auch die anderen Beiträge zu diesem Thema seit Montag).