Der Antwerpener Hafen könnte zur nächsten Jahrhundertwende unter der Wasserlinie stehen Yorick Jansens

Die Folgen des Klimawandels: Bekommt Flandern bald nasse Füße?

Der Bericht zum Stand der Dinge in Sachen Klimawandel, der in dieser Woche in Monaco vom Weltklimarat vorgestellt wurde, ist auch eine Warnung speziell an Belgien und hier im Besonderen an das belgische Bundesland Flandern. Dies wiederholten auch die Umweltorganisation Greenpeace und hiesige Wissenschaftler, die sich mit dieser Frage beschäftigen.

Die Fakten liegen vor: Die Gletscher und das Eis schmelzen schneller als gedacht und die Meeresspiegel steigen. Frank Pattyn, Glaziologe und Klimawissenschaftler an der frankophonen Freien Universität Brüssel (ULB), gehört zu den belgischen Wissenschaftlern, die den aktuellen Bericht angefertigt haben.

Und er sagt klipp und klar: „Wenn wir nicht bald etwas unternehmen, dann steuern wir auf eine Katastrophe zu.“ Wenn die Welt so ungehindert mit dem CO²-Ausstoß weitermache, so Pattyn, dann könne der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um einen Meter ansteigen.

Nichts anderes schließt Greenpeace aus dem aktuellen Weltklimabericht: „Die menschlichen Auswirkungen auf den CO²-Ausstoß haben einen Einfluss auf den Anstieg der Ozeane, der viel schneller ist, als bisher vorausgesagt.“ 

Brüssel, wir haben ein Problem!“

Greenpeace in Belgien warnt so eindringlich, wie der ULB-Wissenschaftler Pattyn: „Unsere belgischen Regierungen müssen dringend ihre Ambitionen innerhalb ihrer politischen Klimamaßnahmen verschärfen!“

Falls der allgemeine Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 tatsächlich um einen Meter oder mehr steigt, dann hat unser Land ein riesiges Problem. Dies würde zum Beispiel bedeuten, dass es in Flandern zu bedrohlichen Zuständen kommen wird, wenn nicht bald gegengesteuert wird, so die Wissenschaft.

Konkret würde sich der in Inland befindliche Hafen von Antwerpen, einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte Belgiens im Allgemeinen und Flanderns im Besonderen überhaupt, unter der Wasserlinie befinden.