In Tongeren darf die Jeker wieder durch die Stadt fließen

An diesem Samstag wird die limburgische Stadt Tongeren nach Jahrzehnten wieder zu einer Stadt, durch die ein Fluss strömt. Auch andere Städte wie Gent (Bild oben) und Diest haben sich  entschieden, ihre überwölbten Flüsse wieder freizulegen. 

Am Mittag öffnet Tongeren die Schleusen: Dann läuft zum ersten Mal nach Jahrzehnten wieder ein Fluss durch Tongeren und zwar so, dass es alle sehen können. Mitte des vorigen Jahrhunderts hatten die Behörden beschlossen, die Jeker zu überdecken (Bild unten). Die Bevölkerung störte sich am Geruch und die Wasserqualität war sehr schlecht.

Mittlerweile konnte die Wasserqualität verbessert werden und stellt ein überirdischer Fluss einen ökologischen und ästhetischen Mehrwert für die Stadt und ihre Bürger dar.

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Auch in Gent und Diest sind vor Kurzem überwölbte Wasserläufe wieder freigelegt worden. In Gent musste ein Parkhaus der Reep Platz machen, die jetzt wieder im Stadtbild zu sehen ist. Auch in kleineren Städten wie Diest besinnt man sich auf den Fluss, an dessen Ufer die Stadt nicht selten entstanden ist: In Diest bei Leuven wurde  auch die Demer rehabilitiert.

Und sogar in Brüssel, wo die Zenne seit über einem Jahrhundert unterirdisch verlegt wurde, stellt man Überlegungen an, um den Stadtfluss  unter dem Maximiliaanpark (Nähe des Nordbahnhofs, Bild unten) wieder freizulegen.

Der flämische Verband von Städten und Gemeinden bestätigt den Trend, der sich in Zeiten des Klimawandels behauptet. U. a., weil oberirdische Wasserläufe bei Hitzerekorden für Abkühlung sorgen und bei Überschwemmungen regulierend wirken.

Darüber hinaus verbessern Wasserläufe die Lebensqualität in einer Stadt. 

Laurie Dieffembacq