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Belgiens Justiz möchte via DNA-Analyse auch Haar-, Augen- und Hautfarbe von Verdächtigen nutzen

Der Justizsonderausschuss für DNA-Analyse plädiert für eine Ausweitung des Gesetzes zu diesem Bereich, damit die Gerichte mehr Informationen aus den entsprechenden Spuren herausholen kann. Eine entsprechende Empfehlung geht jetzt an das Bundesjustizministerium in Brüssel. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat sich der Bereich DNA-Analyse in der Fahndung durch Polizei und Justiz deutlich weiterentwickelt, doch die Gesetze sind diesen Entwicklungen folgend nicht angepasst worden.

Bisher ist es in Belgien so, dass z.B. an einem Tatort bei einem Tötungsdelikt entdeckte DNA-Spuren, die möglicherweise zu einem Täter führen könnten, mit der entsprechenden polizeilichen Datenbank verglichen werden. Liefern diese Spuren keine Ergebnisse und auch Indizien oder die anderen Erkenntnisse der Spurensicherung oder aus Zeugenaussagen können die Ermittler nicht weiterbringen, wird es schwer, den Täter überführen zu können. Hierzulande ist aus DNA-Untersuchungen lediglich das Geschlecht bekannt und eine Probe kann nur mit einer Probe eines Verdächtigen verglichen werden.

Mehr lässt das belgische Justizwesen, bzw. der hiesige Gesetzgeber nicht zu. Damit beschränkt sich die Fahndung auf den Stand der Dinge seit dem Anfang der Nutzung von DNA-Spuren in Belgien. Doch inzwischen ist die entsprechende Entwicklung wesentlich weiter, denn heute können auch Haar-, Augen- und Hautfarbe von Verdächtigen bestimmt werden. Würde man die gesetzlichen Rahmenbedingungen der heutigen Technologie und Wissenschaft in diesem Bereich anpassen, könnten vielleicht zahlreiche ungelöste Fälle und sogenannte „cold cases“ neu aufgerollt werden.

Genau dies aber will der Justizsonderausschuss für DNA-Analyse erreichen, indem er für eine Erweiterung des gesetzlichen Rahmens in dieser Frage plädiert. Der Ausschuss arbeitete an dieser Frage auf Bitten des scheidenden belgischen Justizministers Koen Geens (CD&V), der wissen wollte, ob neue Fahndungstechniken bei aktuellen Fällen den Ermittlungen helfen könnten.

In einer ersten Instanz gab der Ausschuss an, man könne heute die Ergebnisse eines DNA-Tests schon in mehreren Stunden vorlegen und man könne die Daten mit denen von Angehörigen schnell vergleichen. Die Analyse von Haar-, Augen- und Hautfarbe währe im Fahndungsbereich ein weiterer Schritt. Allerdings muss eine entsprechende Gesetzesanpassung auch an die Gesetzgebung rund um den Schutze des Privatlebens angepasst werden, so der Ausschuss.