König Philippe und Präsident Andrzej Duda: Gedenkfeier für die Gefallenen aus Polen

Belgiens König Philippe und der polnische Staatspräsident Andrzej Duda haben am Sonntag an einer Zeremonie zum Gedenken an die 1. Polnische Panzerdivision von General Stanislaw Maczek teilgenommen. Diese Einheit spielte in der Befreiung Belgiens am Ende des Zweiten Weltkriegs eine nicht unerhebliche Rolle. 

Zwischen September und Oktober 1944 fielen zahlreiche polnische Soldaten in den Reihen der Alliierten im Kampf gegen die deutschen Besatzer in Belgien. 253 von ihnen fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem polnischen Soldatenfriedhof in Lommel in der flämischen Provinz Limburg. Dort fand am Sonntag auch die Gedenkfeier statt.

An dieser Zeremonie nahmen neben den Staatsoberhäuptern Belgiens und Polens auch hunderte polnische Landsleute teil, die sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in Belgien niedergelassen haben. In seiner Gedenkrede bedankte sich König Philippe bei der polnischen Bevölkerung für deren Opfer in dieser Zeit auch im Rahmen der Befreiung Belgiens:

„In den sechs Jahren, die der Zweite Weltkrieg gedauert hat, haben über sechs Millionen Polen ihr Leben verloren und fünf Millionen Ausländer fielen auf polnischem Boden. Polen hat die grausamsten Prüfungen durchstehen müssen. Die Bevölkerung wurde halbiert, das Territorium wurde amputiert und das politische System wurde gekapert.“

König Philippe bewunderte in seiner Rede auch den Mut und die Willenskraft der Polen: „Wo es möglich war, kämpften ihre polnischen Landsleute weiter und boten den stärksten Widerstand in ganz Europa. Außerhalb Polens bildeten sie verschiedene Einheiten, die entschlossen an den verschiedensten und größten Schlachten im Ausland teilnahmen. In dieser Zeit halfen andere polnische Landsleute bei der Befreiung Belgiens. Ich ehre gemeinsam mit ihnen allen die vielen Polen, deren Blut für und geflossen ist.“

Nach der Zeremonie in Lommel nahm sich Polens Präsident Duda viel Zeit, um mit seinen Landsleuten aus Belgien zu sprechen, Hände zu schütteln und Selfies zu machen. Am Montag rundete er seinen dreitägigen Staatsbesuch in Belgien mit einer Zeremonie am Grab des Unbekannten Soldaten in Brüssel ab. Vorher legte er gemeinsam mit dem belgischen Monarchen in Lommel einen Kranz auf dem Soldatenfriedhof der Polen nieder.