KPN zieht die Anstellung von Ex-Proximus-CEO Leroy zurück

Der niederländische Telekomanbieter KPN zieht die Anstellung von Dominique Leroy (Foto) als neue Geschäftsführerin wieder zurück. Die bisherige CEO des belgischen Telekomunternehmens Proximus steht in Belgien unter dem Verdacht des Insiderhandels. Laut Pressemitteilung von KPN ist dies der Grund dafür, dass man Leroy nicht mehr als CEO an die Spitze des Unternehmens stellen möchte.

Gegen die ehemalige Proximus-Geschäftsführerin Dominique Leroy ermittelt derzeit die belgische Justiz. Leroy steht im Verdacht, Insiderhandel begangen zu haben. Einen Monat vor ihrer Kündigung bei Proximus hatte sie ein Paket von Proximus-Aktien im Wert von 285.000 € verkauft.

Quasi sofort nach Bekanntwerden der Tatsache, dass Leroy das Unternehmen verlässt, um CEO beim niederländischen Konkurrenten KPN zu werden, leitete Belgiens Börsenwachhund FSMA eine Untersuchung ein, um zu kontrollieren, ob es sich bei diesem Vorgang um „Handel mit Vorkenntnis“ handelt, sprich um Insiderhandel.

Dominique Leroy weist den Vorwurf des Insiderhandels zurück, denn seinerzeit habe sie sich noch nicht dazu entschieden, Proximus zu verlassen, um zu KPN in die Niederlande zu wechseln. Doch jetzt zieht KPN einen harten Schnitt, denn Leroy ist umstrittener den je. Neben FSMA ermittelt inzwischen auch die belgische Justiz gegen die Telekommanagerin. 

Die Unsicherheit ist nicht im Interesse von KPN oder seinen Aktionären.“

Duco Sickinghe, KPN-Verwaltungsrats-Vorsitzender

Wird sie für schuldig befunden, dann droht ihr eine Haftstrafe von bis zu vier Jahren. Entsprechende Ermittlungen können sich allerdings noch lange hinziehen. Auch dies sorgte bei KPN wohl für ein Umdenken in Sachen Leroy.

Dort heißt es, dass diese juristische Unsicherheit den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben habe. Duco Sickinghe, der Vorsitzende des Verwaltungsrates von KPN sagte dazu in der Pressemitteilung seines Unternehmens:

„Die Unsicherheit ist nicht im Interesse von KPN oder seinen Aktionären. Darum haben wir beschlossen, die geplante Anstellung als CEO zu streichen. Dies war eine schwierige Entscheidung, angesichts der schönen erfolgreichen Karriere als Geschäftsführerin. Wir wünschen ihr das Allerbeste.“