Laurie Dieffembacq

Europäische Hilfe für entlassene Arbeitnehmer von Carrefour

Die Europäische Kommission will 1,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Globalisierungsfonds mobilisieren, um 400 entlassenen Carrefour-Mitarbeitern in Belgien zu helfen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Das hat die Kommission an diesem Freitag angekündigt.

"Die Solidarität der EU ist von wesentlicher Bedeutung, um gefährdete Arbeitnehmer zu unterstützen. Der Einzelhandel hat Schwierigkeiten, sich an die Veränderungen im Welthandel anzupassen. Ich bin überzeugt, dass die im Rahmen des Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung vorgeschlagene Unterstützung den betroffenen Arbeitnehmern beim Übergang helfen würde, neue Fähigkeiten zu erwerben, eine neue Beschäftigung zu finden oder ein eigenes Unternehmen zu gründen“, erklärte Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, in einer Pressemitteilung an diesem Freitag.

Belgien hatte EGF-Unterstützung beantragt. Der Grund: Die Entlassung von 1.019 Personen aus Carrefour Belgien, die auf erhebliche strukturelle Veränderungen im Welthandelsgefüge infolge der Globalisierung zurückzuführen ist, einschließlich eines verstärkten Wettbewerbs im Bereich der Online-Käufe von Verkäufern aus Drittländern.

Die Hilfe werde sich auf 400 Arbeitnehmer konzentrieren, die südlich der Sprachgrenze entlassen wurden, da die Beschäftigungssituation in Wallonien besonders prekär sei, heißt es bei der Kommission.

Außerdem sei eine Hilfe für bis zu 330 arbeitslose Jugendliche ( bis zu 25 Jahre) vorgesehen, die sich weder in einer Ausbildung befänden noch arbeiteten.

Die europäischen Mittel werden für aktive Berufsberatung, Berufsausbildung, Unterstützung bei der Arbeitssuche und Initiativen zur Förderung des Unternehmertums verwendet. Sowohl die entlassenen Arbeitnehmer von Carrefour als auch die arbeitslosen Jugendlichen können von diesen Maßnahmen profitieren.

Die Gesamtkosten des Pakets werden auf 2,7 Mio. EUR geschätzt, von denen 1,6 Mio. EUR aus dem EGF stammen. Der Vorschlag wird nun dem Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat zur Genehmigung vorgelegt.