Nach Todesfällen in den Niederlanden: Aldi Belgien ruft Roastbeef zurück

In den Niederlanden sind in den vergangenen Jahren drei Menschen durch Listeria-Bakterien in Fleischwaren gestorben. Zudem erlitt dort eine Frau aus dem gleichen Grund eine Fehlgeburt. Die Bakterien kamen aus Fleischwaren, die das niederländische Unternehmen Offerman die Zutaten lieferte. Dieses Unternehmen beliefert auch Aldi. Jetzt beschloss Aldi, gebratenen Roastbeef aus dem Handel zu nehmen, das ebenfalls von Offerman geliefert wurde.

Nachweislich starben in den vergangenen Jahren mindestens drei Menschen nach Verzehr von Fleischwaren, die aus der Industriemetzgerei Offerman in Aalsmeer in der Provinz Nord-Holland in den Niederlanden kamen. Zudem sind eine Fehlgeburt und rund 20 Ansteckungen mit Listeria-Bakterien auf den Verzehr Offerman-Fleisch zurückzuführen.

Diese Angaben kommen von der niederländischen Gesundheitsbehörde RIVM. Was bisher vermutet wurde, konnte die dortige Lebendmittelbehörde NVWA mit zahlreichen Kontrollen in den vergangenen Monaten jetzt belegen. Die Kontrolleure hatten nicht selten den Eindruck, dass man es dort mit der Hygiene nicht allzu genau nimmt.

Die Fleisch- und Wurstwarenfabrik Offerman ruft jetzt alle Fleischwaren zurück, die in ihrem Werk in Aalsmeer hergestellt worden sind. Solche Produkte liefert das Unternehmen an die niederländischen Warenhausketten Bidfood, Jumbo, Sligro und Versunie aus, sowie an Aldi Niederlande. Doch auch Aldi in Belgien bezog einige Wurst- und Fleischwaren von Offerman - unter anderem gebratener Roastbeef der Marke Délfin in 100 Gramm-Packungen.

Aktion und Reaktion in Belgien

Zu diesem Produkt lanciert Aldi Belgien jetzt eine Rückrufaktion, denn es wurde bei Offerman in Aalsmeer hergestellt. „Es ist nicht so, dass wir bei unserem Roastbeef Probleme festgestellt haben oder dass wir Klagen von Verbrauchern empfangen haben. Doch wir wollen hier präventiv vorgehen“, so Dieter Snoeck, der Sprecher von Aldi in Belgien.

Der Rückrufaktion schließt sich auch die belgische Bundesbehörde für Lebensmittelsicherheit FAVV an. Hier fordert man jetzt so schnell wie möglich die entsprechenden Informationen von Seiten der niederländischen Kollegen bei NVWA.

Inzwischen hat Offerman wegen des möglichen Befalls mit Listerien die gesamte Produktion der betroffenen Fabrik aus dem Handel genommen und zwar jene Wurstwaren, die seit September dort zubereitet und verpackt wurden. Die Produktion war dort bereits seit Donnerstag stillgelegt, nachdem erneut Keime entdeckt worden waren.

Die niederländische Lebensmittelbehörde hat mit neuen Analysetechniken in ihren Labors festgestellt, dass die oben erwähnten Krankheits- und Todesfälle der vergangenen Jahre auf mit Listerien verseuchte Waren des Unternehmens zurückzuführen sind. Ob noch andere belgische Warenhausketten neben Aldi mit Offerman-Produkten beliefert wurden sind, ist noch nicht bekannt. 

Die Probleme bei Offerman in den Niederlanden haben ganz nebenbei eine Auswirkung auf die Brüsseler Euronext-Börse, denn dort wurde der Handel mit Aktien der belgischen Lebensmittelgruppe Ter Beke ausgesetzt. Offerman gehört zu dieser belgischen Unternehmensgruppe.