2018 beschlagnahmte die belgische Polizei 14 Mia. € aus kriminellen Handlungen

Im vergangenen Jahr beschlagnahmte die belgische Bundespolizei etwa 14 Mia. € aus Straftaten. Der Löwenanteil davon stammte aus dem illegalen Drogenhandel. Diese Summe entspricht einem Vielfachen von dem, was die Polizei 2017 an illegal erwirtschafteten Geldern beschlagnahmen konnte. Damals gingen der Polizei lediglich 644 Mio. € aus dem organisierten Verbrechen ins Netz.

Die flämische Sonntagszeitung „De Zondag“ veröffentlicht diese Zahlen in ihrer aktuellen Ausgabe. Dabei schreibt das Blatt von einem umfassenden und sehr komplexen Betrugsfall aus der Drogenszene, der alleine rund 13 Mia. € ausmacht. Dieser Fall muss allerdings noch vor Gericht verhandelt werden. Auf ein Urteil lässt sich noch warten.

2018 wurden im Zuge verschiedenster Ermittlungen in unserem Land 2.907 Schwerverbrecher festgenommen. Dabei ist vor allem der Drogenhandel ein Problem. U.a. wurden 1,3 Tonnen Marihuana beschlagnahmt und über 1.000 Cannabisplantagen wurden von der Polizei ausgehoben.

Nach Polizeiangaben konzentrieren sich die Ermittler in letzter Zeit mehr und mehr auf das organisierte Verbrechen und schlagen da zu, wo es den Banden besonders weh tut: Sie beschlagnahmen das illegal erwirtschaftete Geld und auch damit finanzierte Statussymbole, wie z.B. Luxusautos. 

Verbrechen dürfen sich nicht lohnen und deshalb müssen wir da handeln, wo es den Verbrechern weh tut, nämlich in ihrer Brieftasche.“

Sarah Frederickx, die Sprecherin der belgischen Bundespolizei in „De Zondag“

Eine Sprecherin der belgischen Bundespolizei sagte dazu: „Darauf werden wir uns mehr und mehr konzentrieren. Verbrechen dürfen sich nicht lohnen und deshalb müssen wir da handeln, wo es den Verbrechern weh tut, nämlich in ihrer Brieftasche.“ Neben dem Kampf gegen Terrorismus und Menschenhandel wird der Fokus auch auf die Bekämpfung des Drogenhandels gelegt, heißt es dazu weiter bei der Polizei. 

Die strategische Lage unseres Landes mit seinen internationalen Häfen fungiert als anziehender Pool für viele Formen der internationalen Kriminalität.“

Belgiens Innenminister Pieter De Crem in „De Zondag“

Belgiens scheidender Bundesinnen- und Sicherheitsminister Pieter De Crem (CD&V) sagte dazu: „Die strategische Lage unseres Landes mit seinen internationalen Häfen fungiert als anziehender Pool für viele Formen der internationalen Kriminalität.“

Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen setzt die belgische Bundespolizei zudem auf mehr Zusammenarbeit, sowohl auf internationaler Ebene, als auch im eigenen Land. Das bedeutet, dass hier auch die Behörden, der Zoll und die lokalen Polizeizonen für die Bundespolizei immer wichtiger werden.

Doch offenbar stößt die Polizeiarbeit vor allem auf Ebene des Drogenhandels an Grenzen. Hinter vorgehaltener Hand erwähnen Polizisten, dass der Drogenhandel in Belgien noch nie so umfassend und allgegenwärtig gewesen ist, wie derzeit…