BOZAR Brancusi Constantin, Muse endormie, 1910 © Centre Pompidou, MNAM-CCI, Dist.RMN-Grand Palais - Adam Rzepka

"Europalia Arts Festival": Rumänien ist dieses Jahr in Belgien zu Gast

In dieser Woche ist die diesjährige „Europalia“ eröffnet worden. Gastland ist 2019 Rumänien. Im Mittelpunkt des Kunstfestivals steht eine Ausstellung mit Werken des rumänischen Bildhauers Constantin Brâncuși - die größte Brâncuși-Schau der letzten 25 Jahre und gleichzeitig die erste in Belgien, die ausschließlich diesem Künstler gewidmet wird. Die „Europalia Rumänien“ dauert noch bis Anfang Februar 2020 und bietet Veranstaltungen und Ausstellungen im ganzen Land. Doch in diesem Jahr beteiligen sich auch fast alle Nachbarländer an diesen Kulturereignis. 

Das Festival, das sich auch in diesem Jahr wieder über vier Monate erstreckt, umfasst alle Arten der darstellenden Künste, Musik, Film und Literatur und findet außer in Brüssel auch in mehreren anderen belgischen Städten (und weit darüber hinaus) statt. In Gent sind z.B. Werke der zeitgenössischen Künstler Ciprian Mureșan und Ion Grigorescu zu sehen und in Tongeren, in der ältesten Stadt Belgiens in der Provinz Limburg bietet „Dacia Felix“ einen Einblick in die Geschichte der Kulturen und Zivilisationen auf dem Gebiet das früheren und heutigen Rumäniens.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

"Der Kuss" von Rodin (Foto: Musée Rodin-Paris) und von Brâncusi im Bozar in Brüssel

Vielseitiges Programm

Im Rahmen der Europalia Rumänien wird Cristian Măcelaru im Musikbereich das Belgische Nationalorchester dirigieren, werden die Sopranistin Angela Gheorghiu und die Pianistin Alexandra Dariescu und das Balanescu Quartett mehrere Auftritte haben und im Bereich Schauspiel u.a. sind Gastspiele des Hermannstädter Radu-Stanca-Theaters. Schriftstellern, wie Mircea Cărtărescu, Gabriela Adameșteanu und Ioana Pârvulescu vertreten die rumänische Literatur mit Lesungen und Debatten.

Nicht wenige Veranstaltungen im Rahmen von Europalia Rumänien finden bei dieser Ausgabe auch in Städten in den Nachbarländern statt und dies im weitesten Sinne. So bietet das riesige Programm Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen und Ausstellungen z.B. in Amsterdam, Nijmegen, Den Haag und Rotterdam, in Berlin und Frankfurt, in Valenciennes, Villeneuve-d’Ascq und Schiltigheim, in Luxemburg und sogar in London.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Constantin Brâncuși, Wegbereiter der Moderne

Doch im Mittelpunkt des Festivals steht die große und umfassende Constantin-Brâncuși-Ausstellung mit Werken wie die „Schlummernde Muse“, „Der Kuss“ (eine Antwort auf das gleichnamige Werk seines einstigen Lehrmeisters Rodin) oder „Danaďde“. Brâncusi (1876-1957) gilt als Meister der Moderne und als Pionier des Modernismus und gilt bis heute als Wegbereiter für viele weitere Bildhauer.

Sein Werk umfasst in erster Linie Plastiken Bronze, Marmor, Holz und Gips und zeigen oft abstrakte Köpfe und schwebende Vögel. Diese Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar im Brüsseler Kulturtempel Bozar, Ravensteinstraat 27, 1000 Brüssel zu sehen - www.bozar.be und https://europalia.eu.  

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Rumänen, in Brüssel zu Hause

In der belgischen Hauptstadt Brüssel trifft die Welt der Kunst und Kultur aus Rumänien auf viele Landsleute. Die Rumänen sind die am schnellsten wachsende Gemeinschaft in Brüssel und sie sind überall zu finden. Und ihre Jobs beschränken sich bei weitem nicht nur auf Bauarbeiter oder Krankenpfleger, LKW-Fahrer und Putzfrauen. Rumänen arbeiten hier auch als Fachkräfte im IT-Bereich und viele von ihnen haben hochqualifizierte Arbeitsplätze bei der einen oder anderen internationalen Einrichtung, wie z.B. die Europäische Union.

Seit dem Beitritt Rumäniens zur EU im Jahr 2007 ging es schnell mit dem Zuzug. Heute leben offiziell 41.858 Rumänen in der belgischen Hauptstadt, rund 2.000 mehr als im vergangenen Jahr. In der Region Brüssel-Hauptstadt haben sie längst die Italiener, die Polen und die Marokkaner eingeholt. Nur die Franzosen bilden eine noch größere Gruppe hier im Mittelpunkt Belgiens und Europas.