Ein Mensch stirbt auf dem Marktplatz von Kortrijk, doch die Passanten ignorierten ihn

Auf dem Alten Markt von Kortrijk in Westflandern ist in der vergangenen Woche, wie jetzt bekannt wurde, ein Mann zu nächtlicher Stunde gestorben. Doch zahlreiche Passanten kümmerten sich nicht um ihn. Inzwischen ermittelt die Polizei in mehreren Fällen wegen unterlassener Hilfeleistung. Dabei helfen auch Bilder von Überwachungskameras.

Nach ersten Ermittlungen hatte der Mann auf dem Marktplatz von Kortrijk auf einer Mauer gesessen. Ihm war offensichtlich unwohl geworden. Kurz darauf viel der Mann hin und starb noch vor Ort. Polizisten fanden die Leiche des Mannes erst rund zwei Stunden später.

Kamerabilder zeigen, dass insgesamt 8 Personen an dem am Boden liegenden Mann vorbeigegangen waren. Sie kümmerten sich weder im das Opfer, noch riefen sie einen Krankenwagen. Jetzt ermittelt die Polizei, denn gesetzlich ist jeder in Belgien dazu verpflichtet, Menschen in Not zu helfen.

Tom Janssens von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Kortrijk erklärte den Vorgang gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2/Westflandern: „Die Polizei untersuchte zunächst, woran der Mann gestorben ist. Doch wir ermitteln auch wegen unterlassener Hilfeleistung. Einige der Passanten konnten wir bereits identifizieren. Auch die anderen Personen sind auf Kamerabildern deutlich zu erkennen. Auch sie werden wir aufspüren und verhören.“

Unterlassene Hilfeleistung wird nach belgischem Gesetz streng geahndet. Darauf stehen Haftstrafen von zwischen 8 Tagen und einem Jahr. Hinzu kommt ein Bußgeld von 500 €. Allerdings schreibt dieses Gesetz auch vor, dass sicher sein muss, dass erkennbar war, dass das Opfer in (Lebens)Gefahr war.