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Belgiens Wettbewerbshüter durchsuchen Pharmaunternehmen

Die belgische Wettbewerbsbehörde führte in dieser Woche Hausdurchsuchungen bei mehreren Pharmaunternehmen durch. Der hiesige Pharmasektor steht unter dem Verdacht, den Wettbewerb bei biologischen und anderen alternativen Medikamenten zu behindern. Eines der von den Ermittlungen betroffenen Unternehmen ist die nv Roche S.A. Die anderen Firmen sind nicht bekannt. 

Durch gemeinsame Sache der großen hier ansässigen Pharmaunternehmen haben es bio-similäre Medikamente, die genauso wirksam sind, wie die patentierten Medikamente der Konzerne, am hiesigen Markt schwer. Nach Angaben von Véronique Thirion, leitende Auditorin der Belgischen Wettbewerbs-Autorität (BMA), halten z.B. Krankenhäuser und große Kliniken an den Markenartikeln fest, auch wenn diese mehr auf chemischer Basis hergestellt wurden, als alternative Produkte aus körpereigener Substanz.

Einige Pharmagruppen stehen deshalb im Verdacht, „restriktive Praktiken anzuwenden, um den Eintritt von bio-similären Medikamenten am Markt zu verhindern.“ Eine der dabei angewandten Vorgehensweisen sei z.B. „wie wirtschaftliche Auswahlmöglichkeiten von Krankenhäusern einzuschränken“, so Thirion. Die nv Roche S.A. bestätigte, dass es Hausdurchsuchungen am Firmensitz gegeben habe und gab zu verstehen, dass man mit den Ermittlern der Wettbewerbsbehörde zusammenarbeite. Derweil läuft der Betrieb bei diesem Unternehmen normal weiter.

Bio-similäre Arzneimittel sind Medikamente, die mit Hilfe von Gentechnik in lebenden Zellen hergestellt werden. Sie sind körpereigenen Substanzen sehr ähnlich. Daraus wird auch die Bezeichnung „bio-similäre Medikamente“ abgeleitet. Solche Produkte können oft viel gezielter angewandt werden, als herkömmliche Medikamente. Aber sie sind deutlich teurer und weisen nicht selten stärkere Nebenwirkungen erheblich auf.