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Schafhirte in Brüssel: "Wir bringen die Menschen in der Stadt wieder mit Tieren in Kontakt, die wir essen"

David D'Hondt hat sein professionelles Projekt der Schafzucht in städtischer Umgebung mit europäischer Hilfe im Rahmen von BoerenBruxselPaysans umgesetzt. BoerenBruxselPaysans ist Teil des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Programm 2014-2020). Noch wirft seine Schafzucht aber nicht genug zum Leben ab.

„Was das Projekt ein wenig herausstechen lässt, ist die Tatsache, dass wir die Tiere in die Stadt zurückbringen und zwar nicht für Lehrzwecke oder in Form von zwei oder drei Schafen für die Familie im Garten, sondern Tiere, die dazu da sind, etwas zu produzieren und das in hoher Zahl“, erzählt David, der im Hauptberuf Englischlehrer ist, denn noch kann er von der Schafzucht nicht leben. „Derzeit habe ich nur 20 Schafe und einen Bock, aber mein Ziel sind mindestens 50, um zu produzieren und ein Gehalt zu haben.“

„Außerdem“, fährt er fort, „wenn ich von den Feldern in Anderlecht mit den Schafen losziehe, laufen sie auf dem Gehweg – sie laufen nicht immer auf der Wiese – und Menschen schließen sich Dir an. Das bringt eine neue Dynamik mit sich. Schließlich sind die Tiere ja lebendig.“

„Schafe bieten schließlich die Möglichkeit, die Menschen wieder mit einem Tier in Kontakt zu bringen, das wir essen werden oder von dem wir Wolle bekommen“, unterstreicht der Part-time-Hirte. „Sie ermöglichen uns auch, mit den Menschen zu sprechen und ihnen zu zeigen, was es bedeutet, Tiere zu haben und ein Kilo Fleisch zu produzieren.“

Es zeige den Leuten, dass das ein 7-Tage-Job ist und das 365 Tage im Jahr. „Es ist auch mit Stress verbunden, denn sie haben es mit einem lebenden Tier zu tun, das Sinne hat. Das müssen die Leute in der Stadt verstehen."

"Wir können eine Verbindung sein zwischen den Leuten, die in der Stadt wohnen und den Landwirten, die außerhalb der Stadt leben. Ganz objektiv produziere ich ja nicht Fleisch für die Mehrheit der Einwohner in Brüssel. Es ist ja nur eine kleine Produktion. Doch diese kleine Produktion kann eine Botschaft sein, nämlich, dass wir uns einen anderen Fleischkonsum aneignen und dass wir über den Preis nachdenken, wenn wir das Fleisch essen und die Wolle kaufen.“